Großer Wurf mit hauptamtlicher Kraft?

Politik und Verwaltung wollen Stadtmarketing auf ganz neue Füße stellen

Langenhagen (ok). Stadtmarketing und Unternehmenskommunikation – für Bürgermeister Mirko Heuer zwei Felder, die untrennbar miteinander verbunden sind. Eine neue Stelle soll her; Heuer will die leitende Position im Rathaus installieren. Bewerben könne sich natürlich jeder auf den zusätzlichen Posten, aber dem vorhandenen Personal – zwei Mitarbeiterinnen kümmern sich um die interne und externe Kommunikation – sei die Mehrarbeit einfach nicht zu schaffen. .„Das ist jetzt schon Oberkante Unterlippe“, beschreibt der Verwaltungschef die Situation drastisch und plastisch. Heuer setzt auf eine Frau oder einen Mann mit Berufserfahrung, geht von einer höherwertigen Entgeltgruppe aus Für Marc Köhler, Chef der SPD-Fraktion, ist von vornherein nicht akzeptabel, dass bis zur Einstellung nichts passiert. „Stadtmarketing muss auch in der nächsten Zeit mit den vorhandenen Kräften weitergehen. Wir können nicht solange warten, bis eine neue hauptamtliche Kraft da ist.“ Das werde erst Ende des Jahres oder Anfang des nächsten Jahres der Fall sein. Grundlage müsse das Projekt Pferdestärken sein; viele gute einzelne Projekte müssten zusammengefasst werden. Mike Scheer (SVG) machte in der jüngsten Sitzung des Finanzausschusses deutlich, dass nach mehreren gescheiterten Anläufen jetzt endlich fraktionsübergreifend der „große Wurf“ gelingen. Ein Blick über den Tellerrand in andere Kommunen sei sicher hilfreich. Ob eigene Gesellschaft oder verwaltungsintern – beide Vorschläge liegen ja auf dem Tisch – sei letztendlich egal. Hauptsache, es funktioniere. Der unabhängige Ratsherr Wilhelm Behrens hatte den Ansatz im Kopf, zunächst einmal klein verwaltungsintern anzufangen, bevor eine Gesellschaft die Aufgabe übernimmt. Wichtig sei, dass die bestmögliche Effizienz erzielt werde. Deshalb solle Mirko Heuer erst einmal den Haushalt aufstellen, seine Vorstellungen klarmachen. Dann könne die Politik immer noch ein gemeinsames Konzept in Sachen Stadtmarketing auf den Weg bringen. Parallel solle das Projekt von Studenten begleitet werden. Jens Mommsen (BBL) setzt volles Vertrauen in den Bürgermeister, er werde etwas auf den Weg bringen. Das sei mit der „alten Riege“ ja nicht möglich gewesen. Der Bürgermeister werde es schaffen, die „richtigen Leute“ an die „richtigen Stellen“ zu setzen. Für Lutz Döpke ist es wichtig, ein Leitbild zu entwickeln; eine große Linie, an der sich das Stadtmarketing orientieren soll. Und auch Mirko Heuer räumt selbstkritisch ein: „Wir tun eine ganze Menge, kommunizieren es aber nicht.“ Stadtmarketing müsse gelebt und entwickelt werden. Wie der Weg dahin aussieht, wird sich wohl in den nächsten Monaten entscheiden; das Thema ist zunächst einmal als behandelt durch den Ausschuss gegangen.