Großes Festkonzert auf der Marienburg

Ernst Müller ist immer wieder beeindruckt vom märchenhaften Erscheinungsbild der Marienburg. (Foto: K. Raap)

Ernst Müller leitet seit 50 Jahren das königliche Hausorchester

Langenhagen (kr). „Für mich ist das eine der größten musikalischen Herausforderungen der letzten Jahre“, das betonte Musikdirektor Ernst Müller in einem Gespräch mit dem Langenhagener ECHO. Damit meinte er das Jubiläumskonzert, anlässlich des 50. Geburtstags des „Hausorchesters seiner Königliche Majestät des Prinzen von Hannover“, das er am Sonntag, 27. August, ab 17 Uhr als Open-Air-Konzert im Innenhof des Schlosses Marienburg leitet. Karten für dieses hochkarätige Ereignis sind zum Preis von 19,45 Euro im Vorverkauf ab sofort beim Langenhagener ECHO im CCL erhältlich. Erwartet bei dieser mit viel Prominenz bestückten Großveranstaltung wird auch Erbprinz Ernst August junior. Die Schirmherrschaft dieser Großveranstaltung übernimmt Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil.
„Das ist meine kleine Hauskapelle“, so titulierte der 1987 verstorbene Ernst August, Prinz von Hannover, schon 1967 die Musiker um Ernst Müller, die regelmäßig für ihn spielten. Das Hausorchester war geboren. Auch der Sohn und der Enkel des Prinzen setzten die fruchtbare Zusammenarbeit fort. Ernst Müller hatte sich schnell als verlässlicher Partner für die musikalische Begleitung unterschiedlichster Veranstaltungen des Welfenhauses qualifiziert. Sehr enge freundschaftliche Kontakte verband Ernst Müller mit dem 1954 geborenen Ernst August und dessen Ehefrau Caroline von Monaco. In Langenhagen hatte sich Ernst August auch in das Goldene Buch der Stadt eingetragen. 2004 übertrug er den land- und forstwirtschaftlichen Besitz des Hauses Hannover in Deutschland und Österreich, darunter auch das Schloss Marienburg und das Fürstenhaus in Hannover-Herrenhausen, seinem 1983 geborenen Sohn Ernst August, der seit 2012 die Verwaltung leitet und auch zunehmend die Repräsentation des Welfenhauses wahrnimmt. Der Erbprinz wird mit Sicherheit am 8. Juli im Rampenlicht des europäischen Hochadels stehen, wenn er in der hannoverschen Marktkirche die Modedesignerin Ekaterina Malysheva ehelicht. Auf diesen Tag „wahninnig gespannt“ ist als Gast der Hochzeit natürlich auch Ernst Müller.
Der Langenhagener, der bei der Vorbereitung des großen Jubiläumskonzertes seit Jahren „erstmals wieder so etwas wie Lampenfieber verspürt“, hat für den 27. August ein sehr anspruchsvolles Programm zusammengestellt. Im ersten Teil des Konzertes stehen Originalkompositionen von Georg König V., dem letzten regierenden König von Hannover. Von Giuseppe Verdi erklingen die beliebtesten Melodien aus Opern wie „Der Troubadour“, „La Traviata“, „Rigoletto“, „Nabucco“ und „Aida“. Mit Ausschnitten aus der Operette „Die lustigen Witwe“ von Franz Lehár“ präsentiert Ernst Müller die leichte Muse. Immer wieder beliebt sind Melodien aus dem Musical „My Fair Lady“ von Frederick Loewe. Natürlich beinhaltet das Programm auch Märsche wie „Der lustige Hannoveraner“, „Auf der Lüneburger Heide“ und das „Niedersachsenlied“. Zum Abschluss darf die Glenn-Miller-Parade ebenso wenig fehlen wie das große Medley „Dankeschön“ von Bert Kampfert.
Für Ernst Müller ist es immer wieder ein besonderes Ereignis vor der eindrucksvollen Kulisse der Marienburg zu musizieren. Erbaut wurde das 130 Zimmer umfassende auf dem südlichen Teil des Schulenburger Berges gelegene Schloss von den beiden Architekten Conrad Wilhelm Hase und Edwin Oppler. Es war im Jahr 1857 ein Geschenk von König Georg V. von Hannover an seine Ehefrau Königin Marie, zu deren 39. Geburtstag. Der König konnte dieses Kleinod allerdings nie mit eigenen Augen sehen, er war in frühester Jugend erblindet.