Großes Risiko oder vertane Chancen?

Diskussion über Energiekonzept fürs Bad nimmt kein Ende

Langenhagen (ok). In der Tat: Die Messe ist eigentlich schon gelesen, aber diskutiert wurde in der jüngsten Ratssitzung doch noch über das Energiekonzept in Sachen Schwimmbad. Zu groß das Risiko für die einen, eine vertane Chance für die anderen. Auch Dirk Musfeldt, Fraktionschef der Grünen, ist eigentlich eher ein Befürworter des Themas Geothermie, räumt allerdings ein, dass die Politiker in diesem Punkt die Zeit verschlafen und sich viel zu spät damit beschäftigt hätten. Deshalb stelle er jetzt seine Idealvorstellungen zurück, um das gesamte Projekt nicht zu gefährden. Für Jens Mommsen und auch einige Bürger in der Einwohnerfragestunde zuvor nicht akzeptabel, das Energiekonzept sei nicht der große Wurf, das Projekt könne durchaus noch drei bis sechs Monate zurückgestellt und durchdacht werden. Matthias Gleichmann (SPD) sieht das anders, beim Nettebad in Osnabrück habe es einen "Glückstreffer" gegeben, sodass dort Geothermie laufe, aber er wolle kein Lotto in Langenhagen spielen. Das Credo der Planung, die ohnehin schon am oberen Limit angelangt sei, sei Wirtschaftlichkeit, und die werde mit einem Blockheizkraftwerk mit Spitzenlastkessel und Optionen für Photovoltaik und Solarthermie erfüllt. Für Mommsen, dessen BBL die aktuelle Stunde beantragt hatte, wenig zukunftsorientiert, gerade, was den Ausstoß von Kohlendioxid angehe. Wilhelem Behrens, kritisierte massiv, das sich die Stadt in die Hände eines Contractors gegeben habe, gerade im Hinblick auf zu erwartende Energiekostensteigerungen. Und auch der zukünftige Bürgermeister Mirko Heuer hätte das Thema Geothermie gern weiterverfolgt, seiner Ansicht nach steigen die Chancen mit jedem Jahr Laufzeit. Höhere Investitionskosten könnten so mit niedrigeren Betriebskosten vielleicht mehr als kompensiert werden.