Grüne diskutierten mit Anwohnern

Die Diskussion um das Baugebiet Dorfstraße gehen weiter, Bündnis 90/Die Grünen luden zum Austausch in das Dorfgemeinschaftshaus Schulenburg ein. (Foto: C. Wurm)

Baugebiet Dorfstraße: Schwierige Gesprächsebene

Schulenburg (cow). Die Grünen haben jetzt zu einer öffentlichen Diskussionsrunde in das Dorfgemeinschaftshaus eingeladen, um sich der Sorgen und Nöte der Anwohner anzunehmen. Die geplante Erweiterung des Baugebiets Dorfstraße und der von der Stadt vorgelegte Entwurf eines Bebauungsplans (das ECHO berichtete) „Baugebiet Dorfstraße - nördliche Erweiterung bis zur Straße Krummer Kamp“ schürt bei vielen Betroffenen Frust und Unzufriedenheit. Ortsratmitglied Heinrich Kohne ist es wichtig, dass miteinander gesprochen werde. Aber auch die Betroffenen erhofften sich von dem Austausch mit den Langenhagener Grünen eine klare Positionierung der Partei.
Es geht vor allem um Bauabschnitte, die vor ein paar Jahren noch nicht zur Diskussion standen und Versprechen der Stadtverwaltung, welche nach Aussagen der Anlieger nicht eingehalten wurden. „Seinerzeit wurde gesagt, bis hierhin und nicht weiter wird gebaut“, bringt Kohne es auf den Punkt. Eine Schulenburgerin zeigt den Vermarktungsprospekt der Stadt Langenhagen in die Runde (Stand 13. Mai 2013). Auf dem Bebauungsplan ist in der Mitte eine große Parkfläche ausgewiesen. „Wir hatten bewusst ein teureres Grundstück als im Weiherfeld gekauft“, erzählt sie. Doch die einstigen Voraussetzungen mit weitläufigen Spielflächen für Kinder und einer schön gestalteten Parkanlage seien jetzt anders. In den neuen städtischen Plänen zur Erweiterung des Baugebiets wurde eine Veränderung der Lärmschutzgrenze des Flughafens berücksichtigt. Dieser zu Folge verschob sich im Landesraumordnungsprogramm der Siedlungsbeschränkungsbereich und die einst vorgesehene Parkfläche kann nun als Bauland ausgewiesen werden, was aber auch auf eine zunehmende Verschmelzung der beiden Ortschaften Engelbostel und Schulenburg hinausläuft.
Noch vor einem Jahr sei einem anderen Schulenburger aus der Vermarktung der Stadt Langenhagen versprochen worden, dass es in den nächsten zehn Jahren keine Bebauung nördlich des sogenannten Hundewegs gebe. Diese Versprechen hatten mehrere Anlieger beim Kauf der Grundstücke gehört und dementsprechend herrscht unter ihnen großer Unmut. Sie merkten wiederholt an, dass die Verwaltung sie mit falschen Versprechungen getäuscht habe. „Ich finde es schrecklich dahinter Häuser zu haben“, sagt eine Anwohnern, die aus Schulenburg-Nord in das Baugebiet zog, da ihr zugesagt wurde, nach Norden hin werde es keine weitere Bebauung geben. Die Diskussionsteilnehmer verließen sich auf die mündlichen Zusagen und sahen so den relativ hohen Grundstückpreis mit circa 194 Euro pro Quadratmeter durch die gute Lage und eine grüne Aussicht gerechtfertigt.
Matthias Jürgens, Architekt, hat als Anlieger in Engelbostel ein persönliches Interesse daran, dass der vorgeschlagene Verwaltungsentwurf in seiner Form nicht umgesetzt wird und entwarf daher selbst einen planerischen Vorschlag. „Die Fläche kann anderes organisiert und dabei trotzdem alle Vermarktungsflächen erreicht werden. Mir geht es darum, Einfluss nehmen zu können“, sagte Jürgens. Der wesentliche Unterschied zum städtischen Entwurf liegt in der Ansiedlung der Grünfläche. In seinem Vorschlag ist ein Grünteil für den ersten Bauabschnitt, zwischen den beiden Ortschaften, vorgesehen, die Stadtplanung weist im Entwurf die Parkanlage erst in Bauabschnitt II aus. Jürgens befürchtet, dass bei einer erneuten Planänderung auch diese eingezeichnete Grünfläche bebaut werden könnte.
Die Grünen regen ein gemeinsames, sachliches Gespräch zwischen Stadtplanung und Betroffenen an, das von einem externen Moderator geführt wird. In einer Art Arbeitskreis könne viel effektiver miteinander gesprochen werden. „Die Kommunikation war nicht ausreichend. Die Interessen sind von Grund auf unterschiedlich und die Gesprächsebene ist ganz anders“, fasst Ratsherr (Grüne) Dirk Musfeldt zusammen. Jetzt müsse jedoch geschaut werden, wie mit der Situation umgegangen werden könne, denn über einen Nullplan ohne weitere Bebauung werde die Stadt nicht diskutieren.
Die Grünen haben Meinungen der betroffenen Bürger und Bürgerinnen aufgenommen. Doch auch bei der Stadt möchten die Schulenburger jetzt Gehör finden. Eine Einigung steht noch nicht in Sicht und viele weitere Diskussionen werden sicherlich folgen. Die nächste Gelegenheit dafür bietet der Stadtplanungs- und Umweltausschuss, am Donnerstag, 23. Oktober, um 17.45 Uhr im Ratssaal. Auf der Agenda steht unter anderem der Beschluss über den Entwurf und die Auslegung zum Bebauungsplan Nr. 713 A „Baugebiet Dorfstraße – nördliche Erweiterung bis zur Straße Krummer Kamp“. Zu Beginn und am Ende der Sitzungen können Anwohner Fragen an Politik und Verwaltung stellen.