Grüne kritisieren Elternrat

Streit um Ausrichtung der Grundschule

Kaltenweide. Heftige Kritik hat die Ratsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen an der Umfrage des Elternrats der Grundschule Kaltenweide zum Thema Ganztagsschule geäußert. Dieser Elternrat hatte zwischen Ende Mai und Ende Juli einen Fragebogen an die Eltern der Grundschule Kaltenweide sowie der Kindertageseinrichtungen in Kaltenweide versandt. Die Auswertung der Rückläufe hatte 347 Rückläufe ergeben. Davon hatten sich 132 Eltern für die Einrichtung einer Ganztagsschule ausgesprochen und 215 dagegen.
„Der Fragebogen und das begleitende Informationsblatt sind voll von falschen Aussagen, Halbwahrheiten und suggestiven Wertungen“, meint Dirk Musfeldt, Fraktionsvorsitzendet der Grünen. Trotz der Behauptung, eine neutrale Information zu liefern, würden an mehreren Stellen Falschbehauptungen über die Qualität des Ganztagsschulangebots aufgestellt. Gleichzeitig sei die Darstellung der politischen Festlegungen zum Ausbau der Ganztagsbetreuung für Langenhagen falsch und unvollständig.
Der durchgängig erkennbare Versuch der Beeinflussung des Befragungsergebnisses werde besonders in den Fragen deutlich, wo abwertende Falschdarstellungen der Ganztagsschule mit dem Zusatz „ist mir bewusst“ jeweils mit „Ja“ oder „Nein“ beantwortet werden sollten. „Der Schulelternratsvorsitzende Eilers hat seine Ablehnung der Ganztagsschule bereits im Vorfeld mehrfach deutlich gemacht. Der Versuch, durch die Befragung Unterstützung für diese vorgefasste Position zu finden, ist unübersehbar“, sagt Dirk Musfeldt. Dieser Eindruck sei offenbar auch bei Eltern entstanden, wie einzelnen Kommentaren von Befragten zu entnehmen sei.
Da der Fragebogen sowohl in den Horten als auch in der Grundschule verteilt wurde, sei unklar, ob für Kinder, die sowohl die Grundschule als auch einen Hort besuchen, möglicherweise zwei Fragebögen abgegeben worden seien.
Auch nach der Logik dieser suggestiven Befragung sei es jedenfalls erforderlich, für das befürwortende Drittel ein Ganztagsschulangebot einzurichten, um den Eltern eine Wahlmöglichkeit entsprechend ihres Wunsches zu eröffnen. Die Grünen hielten daher an ihrem Ziel fest, in Kaltenweide ein Ganztagsschulangebot einzurichten. „Bei einer offenen Ganztagsschule ist das außerunterrichtliche Angebot ohnehin freiwillig. Und ein oder zwei Ganztagsschulzüge sind ein guter Weg, ein Ganztagsschulangebot zu ermöglichen, wenn nur eine geringere Nachfrage besteht“, erläutert Musfeldt.