Grüne schärfen ihr eigenes Profil

Im Aufwind (von links): Michael Stobbe, Anja Piel und das Langenhagener Führungsduo Andrea Bunn und Rolf Linnhoff.Foto: O. Krebs

Neujahrsempfang: viel Selbstbewusstsein und große Zuversicht

Langenhagen (ok). Überall strahlende Gesichter und gute Laune beim Neujahrsempfang im daunstärs: Die Langenhagener Grünen strotzen geradezu vor Selbstbewusstsein. Kein Wunder bei Prognosen von 13 bis 15 Prozent eine Woche vor der Landtagswahl. Und die Partei ist sich ihrer guten Ausgangsposition durchaus bewusst, will ein Bündnis mit der SPD nicht "zum Nulltarif" eingehen. "Jeder Prozentpunkt mehr für uns ist ein Infrastrukturprojekt weniger bei der SPD", machte die Landesvorsitzende Anja Piel mit Blick auf die Genossen deutlich. Aber natürlich wolle ihre Partei den politischen Wechsel zusammen mit den Sozialdemokraten, um das "Langenhagener Erfolgsmodell" Rot-Grün auch im Land etablieren. CDU und FDP hätten in ihrer zehnjährigen Amtszeit eine Menge Baustellen hinterlassen, geben aus Sicht Anja Piels bloß vor, dass sie für den Atomausstieg stünden. Außerdem kauften sie massiv Flächen an, um "billiges Fleisch" zu verkaufen. Nein, die Menschen wünschten sich einen Politikwechsel. "Waren es 2003 noch 60 Prozent, die für ein schwarz-gelbes Bündnis eintraten, so sind es heute nur 32 Prozent", so Anja Piel. Eine Stimmung, die auch Direktkandidat Michael Stobbe aus Kleinburgwedel an den Wahlständen wahrzunehmen glaubt. Der gelernte Beleuchtungstechniker und Ausbilder bei der DLRG gehört der Partei Bündnis 90/Grüne seit 2009 an, sympathisiert aber schon viel länger für die Partei. Er sei nicht zuletzt deshalb angetreten, weil er etwas verändern und nicht resignieren wolle. Der Grundsatz des 47-jährigen, zweifachen Familienvaters: "Politiker dürfen den Blick für die Realität nicht verlieren und müssen die Bürgerinnen und Bürger mitnehmen."