Guter Name durch Qualität und Frische

Enthüllung der Gedenktafel: Ruth Weyers und ihre Söhne, Rolf-Werner (links) und Ralf-Rainer.Foto: D. Lange

AG GLIEM erinnert mit Gedenktafel an die Fleischerei Weyers in Brink

Langenhagen (dl). Mit der jüngst enthüllten Erinnerungstafel in der Kastanienallee wird von der Arbeitsgruppe GLIEM (Ganz Langenhagen ist ein Museum) die Geschichte der ehemaligen Fleischerei Weyers an diesem Ort nachgezeichnet. Gegründet wurde der Betrieb im Jahr 1929 von dem Fleischermeister Albert Weyers in der heutigen Angerstraße. Später, 1934 zog das Geschäft in den Neubau in der Kastanienallee 16, der mit einem eigenen Schlachthaus, einer Wurstküche, Laden und Rauchanlagen sowie mit Wohnräumen für die Familie und ihre Mitarbeiter Maßstäbe setzte für die damaligen Verhältnisse. Zum Neuanfang nach dem Krieg 1952 übernahmen der Sohn des Firmengründers, Werner Weyers, und seine Frau Ruth den Betrieb. Bald zählte die Fleischerei mit eigener Schlachtung zu den besten in Langenhagen. Zu Spitzenzeiten wurden wöchentlich 20 Schweine sowie je ein Rind, Kalb und ein Lamm aus regionaler Haltung geschlachtet. Nach dem frühen Tod Werner Weyers im Jahr 1963 nahm seine Frau die schwere Herausforderung an und führte das Geschäft alleine weiter. Mit ihren zeitweilig bis zu 14 Mitarbeitern konnte sie 1979 das 50-jährige Firmenjubiläum feiern. Durch die exzellente Qualität und Frische der Ware sowie viele Auszeichnungen hatte die Fleischerei auch außerhalb Langenhagens einen guten Namen. Dabei konnte Ruth Weyers nicht auf die Hilfe ihrer Söhne bauen, die sich beide für einen anderen Beruf entschieden, anstatt den elterlichen Betrieb zu übernehmen. Ralf-Rainer als der jüngere Sohn betonte, „dass wir von unserer Mutter aber auch nie dazu gedrängt wurden. Sie akzeptierte unsere Entscheidung. Ich habe Wirtschaftswissenschaften studiert und mein älterer Bruder Rolf-Werner wurde Bürokaufmann.“ Mit Erreichen der Altersgrenze von Ruth Weyers und vielen ihrer Mitarbeiter verkaufte sie 1986 die Firma an Leo Moll, den damaligen Landesinnungsmeister des Fleischerhandwerks, der das Geschäft am selben Standort noch 10 Jahre lang weiterführte. Nach dessen Umzug in das City Center beherbergte das Haus in der Kastanienallee schließlich eine Vielzahl von Läden mit kurzer Lebensdauer, die sich abwechselten mit zwischenzeitlichen Leerständen. Zur feierlichen Enthüllung der Tafel kamen nicht nur die ehemalige Inhaberin Ruth Weyers und ihre Söhne, sondern auch einige ihrer langjährigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, mit denen sie zusammen gearbeitet hat, ließen sich die Gelegenheit zu einem Wiedersehen nicht entgehen. Sie treffen sich auch sonst mehr oder weniger regelmäßig mit ihrer ehemaligen Chefin, wie sie Ruth Weyers nennen, zum Kaffeetrinken und zum Klönen über alte Zeiten in der Firma.