Häutungen und Dirndlalarm in der Kunst

Künstlerin Rosemarie Gaede gab bei der Ausstellungseröffnung im VHS-Treffpunkt Auskunft. (Foto: G. Gosewisch)

VHS-Frauenkulturfest war fast ausgebucht

Langenhagen (gg). VHS-Programmbereichsleiterin Shirin Schikowsky konnte zufrieden sein. Mehr denn je gab es Zuspruch für das VHS-Frauenkulturfest, für das sie verantwortliche Organisatorin ist. Unter den Teilnehmerinnen waren viele, die schon in den Vorjahren dabei waren und offensichtlich das Programm zu schätzen wissen - immer an einem Freitag im März und immer in drei Teile gegliedert: Kunstausstellung, Lesung und unterhaltsames Bühnenprogramm. In diesem Jahr galt das Motto „Frauen - Metamorphosen“, und die Veranstaltung war fast ausgebucht.
So wurde die Ausstellung mit dem Titel „Häutungen“ eröffnet. Bilder der Künstlerin Rosemarie Gaede als Isernhagen sind im VHS-Treffpunkt an der Konrad-Adenauer-Straße 17 noch bis zum 11. April, montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr zu sehen. Die Künstlerin beschreibt das Altern als einen ästhetischen Prozess und gesteht im Gespräch mit dem ECHO, von dem Morbiden fasziniert zu sein, was seinen Ursprung in der Verbundenheit zur Natur habe, wo die Vergänglichkeit mit dem Leben offensichtlich einhergehe. Die Wandlung von jung zu alt sei einfach spannend, die Lebensgeschichten dahinter erst recht. Rosemarie Gaede sagt: „Der Jugendwahn hier ist doch verrückt. In anderen Kulturkreisen werden alte Menschen verehrt.“ Ihre Bilder erschafft sie aus Papier auf Sand, mit Kohle bearbeitet, die Motive drängen sich dem Betrachter plastisch auf. Obwohl die Künstlerin mit zarten Farben arbeitet, hinterlassen ihre Bilder massive Eindrücke.
Die Autorenlesung lieferte Bärbel Kerber, die ihr Buch „Das innere Korsett“ vorstellte. Mitautorin ist Gabriela Häfner. Es geht um die Analyse von Rollenklischees, die Frauen zu beruflichem Erfolg anleiten, zugleich aber ausbremsen, weil sanftmütige und fürsorgliche Eigenschaften erwartet werden. „Medien, Werbung, Schule und Konsumartikel wirken wie heimliche Erzieher, die diese Klischees zementieren“, so die Ankündigung zum VHS-Programmteil. Im Gespräch mit der Autorin hinterfragten das einige Zuhörerinnen. Insbesondere im Schulalltag fühlten sich mehr Mädchen als Jungen stark, so der Tenor.
Die Kabarettistin Karin Zimny stand im dritten Teil des VHS-Frauenkulturfestes auf der daunstärs-Bühne. Mit ihrem Programm „Dirndlalarm“ nahm sie typisch weibliche Traumgeschichten auf die Schippe, widmete sich ironisch und mit viel Musik den verbissenen weiblichen Beziehungsstrategien und sorgte damit für viel Spaß.