"Halten Sie Ohren steif, die Zeiten werden rauer"

Werner Knabe (Dritter von rechts) hatte warme Worte für die Verwaltung und Geschenkkörbe für die ausgewählten Mitarbeiter parat: Bürgermeister Mirko Heuer (von links), Uwe Spierig, Gerd Lehmann, Sabine Meise, Peter Probosch, Werner Knabe, Wilfried Köster und Uwe Zach. (Foto: O. Krebs)

Früherer Rstsherr Werner Knabe beschenkt sechs Verwaltungsmitarbeiter

Langenhagen (ok). Oft gibt es Schelte aus den Reihen der Politik für die Verwaltung; Werner Knabe, der jetzt aus dem Rat ausgeschieden ist, ist einmal den anderen Weg gegangen. Er hat sechs Verwaltungsmitarbeiter, die ihm im Laufe der vielen Jahre als Ratsherr, aber auch als Lehrer am benachbarten Gymnasium besonders ans Herz gewachsen sind, mit Präsenkörben bedacht. Sie seien engagiert, agierten bürgerorientiert und bürgernah. So habe ihm Gerd Lehmann, die "ehrliche sympathische Haut", immer wieder mal geholfen, wenn er seinen Schlüssel vergessen habe und die Post für ihn rausgeholt. Uwe Spierig ist für Werner Knabe die personifizierte Kläranlage, er wisse einfach alles und gehe in seiner Arbeit auf. Uwe Zach von der Stadtentwässerung sei zwar kein Mann der großen Worte, habe aber immer ein gutes Wort für die Belange der Belegschaft parat und sei stets sehr interessiert an der Arbeit eines Ratsmitgliedes gewesen. Sabine Meise habe er als "Miss Wahlen" kennen gelernt, mehr als 100 Schüler als Wahlhelfer bei ihr untergebracht. Auch Sabine Meise sei sehr verwaltungs- und bürgerorientiert. Der "herausragende Spieler im Bildungsbereich" sei Peter Probosch. "Unaufgeregt, offen, ehrlich und vertraulich" – mit diesen vier positiven Attributen kennzeichnete Knabe Peter Probosch. Und dann ist da noch "Dagobert Duck", Finanzfachmann Wilfried Köster. Dessen Haushaltsrede aus dem Jahre 2002, als das Gewerbesteueraufkommen auf drei Millionen zusammengeschmolzen sei, sei legendär gewesen, er habe den Haushalt in schwierigen Zeiten gehütet und Generationen von Schülern über kommunale Finanzen aufgeklärt. Köster gab das Kompliment gern zurück: "Seit den anregenden Diskussionen mit ihnen lesen ich wenigstens die Online-Ausgabe der FAZ." Den sechs Verwaltungsmitarbeitern gab Knabe noch mit auf den Weg: "Halten Sie die Ohren steif, die Zeiten werden auch in Langenhagen rauer." Das sieht Bürgermeister Mirko Heuer genauso: Oft fehle das Verständnis für die jeweilige Arbeit, eine Situation des Misstrauens enstehe. Solch eine Geste wie die Werner Knabes habe er noch nie erlebt, sie sei deshalb äußerst bemerkenswert.