Haus der Jugend – eine Millionensackgasse?

Ratsmitglieder zweifeln am Sinn der Grundsanierung

Langenhagen (gg). Es ist sanierungsbedürftig und entspricht nicht den Nutzungsanforderungen – das Haus der Jugend bekommt nach der baulichen Überprüfung keine guten Noten. Diese hat die Verwaltung in der letzten Woche dem Stadtplanungsausschuss, auf Basis eines entsprechenden CDU-Antrags aus dem Jahr 2009/10, nun vorgestellt und empfiehlt eine Grundsanierung, die zunächst 2,9 Millionen Euro kosten soll, das ECHO berichtete. Allein wegen der erheblichen Mängel im Bereich des Brandschutzes drängt Stadtbaurat Carsten Hettwer auf einen schnellen Baubeginn schon nach den Sommerferien. Dafür müsste im Verwaltungsausschuss das Geld bewilligt werden. Ob es dazu kommt ist fraglich, denn nur die SPD-Fraktion ist dafür. Dazu Marc Köhler: „Mit der Sanierung wird ein Stadtbild prägendes Gebäude erhalten, das die Geschichte der Stadt Langenhagen in schlechten und guten Zeiten wie kaum ein anderes widerspiegelt. Die dort untergebrachten Jugendgruppen sind mit dem Gebäude verwachsen und schätzen den äußerst verkehrsgünstig gelegenen Standort für ihre Aktivitäten.“
Eins ist Elvira Drescher, Bündnis 90/Die Grünen nach einem Ortstermin im Haus der Jugend klar: „Das ist keine Begegnungsstätte“. Bevor es gar kein Jugendzentrum gibt, sagt sie, müsse man sich mit schlechten Lösungen arrangieren, aber das was das Haus der Jugend bietet sei „haarsträubend“.
Ihr behagt die Vorstellung nicht, für 2,9 Millionen Euro Sanierung doch nur „Stückwerk“ zu bekommen: „Es gibt kein Raumnutzungskonzept, keine Perspektive, kleine Amtsstuben, die mit einer Belegung von vier Kindern voll sind. Das ist teilweise katastrophal.“ so ihre Eindrücke. Stickig, klein, verwinkelt – das würde auch nach der Grundsanierung bleiben und schon jetzt ist es so, dass das Haus der Jugend verschlossen wirkt, statt einladend. „Ich habe schon Kinder dort hingeschickt, die die Fahrradwerkstatt nutzen sollten. Die haben sie nicht gefunden, der Zugang ist in den Gängen versteckt“, sagt sie. Ihr fehlt „Innovatives“. Das und die behindertengerechte Ausstattung wäre nur mit weiterem Millioneneinsatz zusätzlich zur Grundsanierung zu realisieren.
Schon jetzt müssen die Jugendangebote, die das Haus der Jugend bietet, ausgelagert werden, um der möglichen Grundsanierung Platz zu machen. So wie es ist, geht es also sowieso nicht weiter.
Das unterstreicht auch CDU-Ratsherr Mirko Heuer nach dem Ortstermin, zu dem er alle Fraktionen des Rates eingeladen hatte. Nun mit Bedacht die richtigen Wege für die Jugendangebote in der Stadt einzuschlagen, hält er für geboten: „Wir wollen, dass es keine Denkverbote gibt und dass die Verwaltung Alternativen aufgezeigt. Ein Neubau in Rathausnähe würde teurer als die Grundsanierung sein, aber man muss abwägen, wenn ein erheblicher Mehrwert an Nutzen dabei entsteht“, so seine Einschätzung. Zwar betone der Fachdienst Jugend, dass die Räume im Altbau Vorteile für spezielle Jugendangebote bieten, aber allein durch die Verwinkelung im Hinterhof werde Raum verschenkt, so seine Einschätzung und weiter: „Nur Kinder, die sich gut auskennen und über Jugendpfleger eingeladen wurden, nutzen das Angebot, andere wagen sich kaum hin.“