Hautnahes „Phantom der Oper“

Ein toller Klangkörper: Das Blasorchester der Stadt Langenhagen mit dem musikalischen Leiter Kai Philipps. Fotos: K.Raap

Überzeugendes Jahreskonzert des Blasorchesters der Stadt Langenhagen

Langenhagen (kr). Mit seinem Jahreskonzert im sehr gut besuchten Theatersaal lieferte das Blasorchester der Stadt Langenhagen eine rundum professionelle Leistung ab. Schon bei den ersten Takten des Eingangsstücks „Fanfare festive“ war das Ergebnis der sorgfältigen Probenarbeit spürbar. So hatte der musikalische Leiter Kai Philipps keine Probleme, seine 50 Musiker mit leichter Hand durch das anspruchsvolle zweistündige Programm zu führen. Großartig die Interpretation der Melodien aus dem grandiosen Musical „Das Phantom der Oper“ von Andrew Lloyd Webber, das zurzeit wieder in Hamburg läuft. Das Publikum konnte die gruselige Handlung der Komposition fast hautnah spüren. Ein echter Klassiker – so auch das Motto der Veranstaltung – im Orchester-Repertoire war der Titel „Hollywood Milestones“, der an Meilensteine der Filmmusik erinnert. Zu hören Melodien aus Streifen wie „Love Story“, „Star Trek“, „ET, der Außerirdische“ und „Forrest Gump“. Pflichtstücke des Ensembles sind längst der melodiöse Konzertmarsch „Arsenal“ und die Nummer „Hootenanny“, ein fetziger Titel, der Folkmusik und Jazzklänge gekonnt miteinander verbindet. Kein Konzert des Blasorchesters ohne Gesangssolisten. Mit einer wundervollen Ballade aus dem Musical „Jekyll & Hide“ und dem Titel „Music was my first love“ überzeugte Michael Coreen, auch ein ausgezeichneter Instrumentalist und Komponist. Fester Bestandteil des Orchesters ist die Sängerin Corinna Fiedler. Sie teilte sich in überzeugender Manier mit Michael Coreen die Songs aus einem spannenden James-Bond-Medley. Erstmals stellte sich Saxophonist Michael Möller als stellvertretender Dirigent vor. Mit seinen Wiedergaben der sinfonischen Dichtungen „Pilatus –Mountain of Dragons“ und „La Storia“ bewies er, dass er mehr als „nur“ Ersatz ist. Bravourös präsentierte sich Möller außerdem als Solist bei dem Beatles-Welthit „Hey Jude“. Ein absolutes Highlight zum Abschluss des Konzerts war nach dem Riesenbeifall des Publikums die Zugabe, als Corinna Fiedler als Erinnerung an die unvergessliche Whitney Houston den 1988 entstandenen Welterfolg „One Moment in Time“ mit großer Stimme gefühlvoll und absolut intonationssicher interpretierte.
Erneut als informative Moderatorin stellt sich die junge Melanie Vockeroth vor, die auch als Klarinettistin im Blasorchester der Stadt Langenhagen und anderen Formationen überzeugende Leistungen abliefert. Professionell auch die visuellen großformatigen Bilder im Hintergrund der Bühne, mit denen die Inhalte der einzelnen Stücke raffiniert unterstützt wurden. Ein Extralob verdiente auch das 16-seitige Konzerprogramm, das jedem Besucher beim Eintritt ausgehändigt wurde. Für die perfekte Technik sorgte einmal mehr Olli Wild.