Heftige Proteste gegen EDC-Schließung

Die betroffene Belegschaft machte ihrem Unmut auf Plakaten Luft.

Mehr als 300 Mitarbeiter demonstrierten am Montag

Langenhagen (ok). Sie machten ihrem Unmut durchaus Luft: Mehr als 300 EDC-Mitarbeiter demonstrierten am Montag gegen die Schließung des CD-Presswerks an der Emil-Berliner-Straße marschierten vom Werksgelände über die Walsroder Straße bis zum Forum. Nach Auskunft der Polizei ist aber alles ruhig und friedlich geblieben. Drei 40-Tonner waren am Ende des Zuges; die Spediteure sind von der Sitzung auch indirekt betroffen. Mit lauten Signalhörnern unterstrichen sie ihre Unzufriedenheit. Das Aus für das CD-Presswerk der Entertainment Distribution Company (EDC) in Langenhagen scheint endgültig festzustehen. Aktuell steckt das Unternehmen aus der Unterhaltungsbranche im Insolvenzverfahren. 600 Mitarbeiter sind noch beschäftigt, mehr als 250 aus der Logistikbranche haben bereits ihre Kündigung erhalten. Für sie ist in sechs Wochen Schluss. Jetzt geht es vor allen Dingen um Abfindung und einen Sozialtarifvertrag; Gespräche – auch mit dem Hauptkunden Universal –laufen. Eine Weiterbeschäftigung bis Ende des ersten Quartals 2017 scheint das höchste aller Gefühle zu sein. Die Stimmung ist dementsprechend niedergeschlagen, auf selbst gemalten Plakaten wurde der Tenor deutlich. Ein Beispiel: „Die Taschen unserer Geschäftsführung sind gefüllt, die Zeche bezahlen wir Mitarbeiter.“ Mehr als 30 Jahre ist Uwe Rittentrop schon bei dem Unternehmen mit Weltruf, seit sieben Jahren ist er Betriebsratsvorsitzender. Mehrere Sozialpläne hat er in all den Jahren miterlebt, nach jedem sei das Durchschnittsalter in der Belegschaft jeweils etwa um fünf Jahre gestiegen. Das Angebot, das Universal den noch verbliebenen 263 Mitarbeitern gemacht habe, sei nicht zu akzeptieren, belaufe sich auf insgesamt 250.000 Euro. Die Investorensuche gestalte sich äußerst schwierig, er habe das Gefühl, dass sich gar nichts bewege. Eine kleine Chance sieht Rittentrop noch – es soll noch einen runden Tisch beim Wirtschaftsministerium geben, an dem Universal, Geschäftsführung, Sachwaltung und Betriebsrat teilnehmen sollen.