Heimatgeschichte am Wegesrand

Bei der Enthüllung der GLIEM-Tafeln freuten sich Ulrike Jagau (von links), Heike Brück-Winkelmann, Joachim Vogler, Christa Röder, Mirko Heuer und Georg Obermayr über die Tafeltexte. (Foto: G. Gosewisch)

Zwei GLIEM-Tafeln an der Wietze

Langenhagen (gg). Dass Heimatgeschichte Anlass zum Schmunzeln bieten kann, wurde nun bei der Enthüllung zweier GLIEM-Tafeln an der Wietzebrücke (Höhe Seehaus) deutlich. Die Arbeitsgemeinschaft GLIEM („Ganz Langenhagen ist ein Museum“) hat im Stadtarchiv Informationen zu den geschichtlichen Gegebenheiten gefunden, die auf eine begrenzte Brautschau dies- und jenseits der Grenze in früheren Jahrhunderten hinweist. „Wer die Wietze im 16. und 17. Jahrhundert überquerte, wechselte vom Fürstentum Calenberg (Langenhagener Seite) in das Fürstentum Braunschweig-Lüneburg (Isernhagener Seite)“, erklärte Joachim Vogler (AG GLIEM). „Unter den Landwirten gab es immer wieder rechtliche Auseinandersetzungen wegen der Nutzung der Wietze, ihrer Säuberung und vor allem wegen der Weiderechte. Man besuchte sich nicht gegenseitig zu Schützen- und Erntefesten“, ist auf einer GLIEM-Tafel zu lesen. Heike Brück-Winkelmann, Leiterin des Stadtarchivs, bestätigt: „Geheiratet wurde grenzübergreifend nur in Ausnahmefällen.“ Die zweite neue GLIEM-Tafel gibt Informationen zu Natur und Landschaft an der Wietze.
Als außerordentlich wertvoll lobte Bürgermeister Mirko Heuer die Arbeit der GLIEM-AG: „Das Team legt Wert auf exakte Recherche. Ich bin stolz, dass in Langenhagen ehrenamtlich so viel bewegt wird. Es wird eine Arbeit geleistet, die hauptamtlich gar nicht bezahlbar wäre.“
Die Texte zu allen GLIEM-Tafeln und weitere Informationen stehen im „Virtuellen Museum“ im Internet auf der Seite www.gliem-langenhagen.de zur Verfügung.