Heimatpflege kann Heilmittel sein

Hans-Jürgen Jagau macht die Heimatgeschichte für jedermann zugänglich. (Foto: G. Gosewisch)

Hans-Jürgen Jagau bewahrt den Blick nach vorn

Langenhagen (gg). „Ganz und gar nicht im ewig Gestrigen“ ist Langenhagens Heimatpfleger Hans-Jürgen Jagau gefangen. Genau das macht seine ehrenamtliche Arbeit, die Pflege der Heimatgeschichte, so höchst empfehlenswert. In zweierlei Hinsicht. Da ist zunächst die Struktur, die er geschaffen hat, um Heimatgeschichten und -geschichte jedermann zugänglich zu machen. Die ist höchst modern und effektiv auf Internetseiten zu finden, weil er zahlreiche Schriften aus dem Landesarchiv digitalisiert hat. Blättern und Nachschlagen, von Stichwort zu Stichwort weitersuchen, macht Spaß, weil es schnell geht und nichts fehlt. Zudem bietet Hans-Jürgen Jagau Lesestoff an, der spannend und faszinierend ist. Vom Krimi über die Psycho-Studie bis zur Romanze ist alles dabei. Die Protagonisten liefen ebenso über die Walsroder Straße, wie wir es heute tun. Sie sorgten sich um ihre Familie, strebten nach Einkommen und suchten nach Glück. „Heimatgeschichte zeigt, was Heimat ausmacht“, sagt Hans-Jürgen Jagau. Welche Traditionen sind lebenswert, was hat Schaden gebracht und soll sich daher nicht wiederholen? Die Geschichten aus der Heimat, die nicht nur Jahreszahlen und Stichworte liefert, sondern auch Motivation, Moral, Sitten und Gebräuche aufzeigen, können helfen. Der Stadtheimatpfleger erklärt: „Wenn man weiß, was es früher alles schon gab, relativiert sich die Aufregung über aktuelle Nachrichten und Veränderungen.“ Das betreffe auch die Ängste. Ungerechtigkeit, Fremdbestimmung oder Naturgewalten, „die Menschen mussten immer schon mit Veränderungen klar kommen, nicht selten taten sie das sehr emotional“, sagt Hans-Jürgen Jagau und belegt das mit seinen Recherchen zu Entführungen, Brandstiftung und Pferdemord, die er niedergeschrieben hat. Alles zu finden auf der Internetseite www.heimatpflege-langenhagen.de.