Heiratsantrag in guter Erinnerung

Noch aus ihrer Zeit in Negenborn stammt die historische Schulbank, für die Sigrid und Herbert Könneke einen schönen Platz im Garten gefunden haben. (Foto: D. Lange)

Diamantene Hochzeit von Sigrid und Herbert Könneke

Kaltenweide (dl). Nach 60 gemeinsamen Ehejahren darf die diamantene Hochzeit gefeiert werden. Für viele mag das in einer Zeit, in der viele Ehen oft schon sehr viel früher scheitern, kaum noch vorstellbar sein. Jedenfalls geht einer Ehe in aller Regel ein Heiratsantrag voraus. Klar, wird jeder sagen, das gehört sich schließlich so. Bei den Könnekes war das auch so, nur anders. Sigrid aus Buxtehude und Herbert aus Göttingen haben beide in Göttingen „auf Lehramt“ studiert. Zunächst aber unabhängig voneinander, denn kennengelernt haben sie sich erst später bei einem Hochschulfest. Sie spielten zusammen in einem Theaterstück von Anton Tschechow, in dem Herbert Könneke seiner späteren Zukünftigen einen Heiratsantrag zu machen hatte, den sie aber, so stand es in ihrem Text, ablehnte. Offenbar hat er bei ihr aber dennoch einen positiven Eindruck hinterlassen, denn im richtigen Leben haben sie sich 1957 in Buxtehude das Ja-Wort gegeben. In den darauf folgenden zwölf Jahren bekamen sie fünf Söhne - mittlerweile sind noch neun Enkel dazu gekommen - und zogen berufsbedingt zuerst nach Negenborn im Weserbergland, wo sie als Lehrer und Schulleiter beschäftigt waren. Anfang der Achtziger dann der Umzug nach Kaltenweide. Angesichts der zahlreichen Ehrenämter, die Sigrid und Herbert Könneke neben ihren beruflichen Verpflichtungen im Lehramt inne hatten, mag man kaum glauben, dass der Tag wirklich nur 24 Stunden hat. Eigentlich müssten es mehr sein. Sigrid Könneke war Gründungsmitglied der karitativen Vereinigung LAFAM in Langenhagen, engagierte sich in der Gemeindearbeit und war vor zehn Jahren Mitbegründerin der Schüler- und Lernhilfe im Weiherfeld, in der beide bis vor kurzem noch aktiv waren. Herbert Könneke war außerdem nicht nur jahrzehntelang im Kirchenvorstand der Matthias-Claudius-Gemeinde tätig, sondern saß in Kaltenweide für die SPD im Ortsrat, war viele Jahre Ortsbürgermeister und wirkte maßgeblich mit an der Erschließung und Gestaltung des Weiherfelds. Darüber hinaus war er Ortsbeauftragter des Nordhannoverschen Ortsverbands der Johanniter und Mitglied im Seniorenbeirat Langenhagen. Für sein Lebenswerk wurde Herbert Könneke im September 2013 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.