Helfende Hände

In vielen Vereinen und auch in unserer Kirchengemeinde gibt es viele helfende Hände. Ich bin froh, dass es sie gibt: Menschen, die mitmachen, mitdenken und zur Stelle sind, wenn Hilfe gebraucht wird. Durch sie kann die Hoffnung wachsen, dass vieles möglich ist, wenn wir gemeinsam etwas anpacken.
Wie in folgender Geschichte: Die Häsin lag sehr krank. Da kam der Igel zu Besuch, brachte ein paar frische Kleeblätter mit und sagte: „Kommt Zeit, kommt Rat!“ Gut gemeint, aber wann kommt die Zeit und welcher Rat wird es sein? Tags darauf sah die Eule herein und meinte: „Gut Ding will Weile haben!“, sprach´s und verabschiedete sich schnell. Die Häsin dachte: Ich kann mir aber keine Weile leisten. Als die Feldmaus durchs Fenster guckte, fiepte sie: „Kopf hoch, Frau Nachbarin, so trägt eben jeder sein Päckchen!“ Die alte Katze sah auch kurz herein und erkundigte sich nach dem Befinden. „Es wird schon werden !“, meinte sie schnurrend und meinte es ja ehrlich. Als dann der Maulwurf seine Hemmungen überwand und durchs Fenster rief: „Keine Sorge, Ende gut, alles gut!“, da empfand die Häsin nur noch Bit-terkeit. In der Küche tobten die Jungen, und nichts war fertig geworden. Dazu noch die eigene Angst, was nun werden solle. Witzig sollte es klingen, was die Elster vom hohen Baum rief: „Kommen wir über den Hund, kommen wir über den Schwanz. Geduld, Geduld, Geduld!“ Können die alle sich denn gar nicht vorstellen, wie es mir zumute ist?, dachte die Kranke. Müssen sie denn alle solchen gutgemeinten Unsinn reden?
Während sie noch voller Enttäuschung so nachdachte und merkte, dass all der gutgemeinte Trost im Grunde keiner war, kamen die Ameisen herein, grüßten kurz, stellten Feldblumen auf den Tisch, machten die Küche sauber, versorgten die jungen Hasen, waren bei alldem leise und verabschiedeten sich ohne jeden Aufwand. Da trat endlich Ruhe ein, und vor allem: der Häsin ging es schon viel besser - und die Hoffnung wuchs.

Frank Foerster, Pastor