Helmut Spohr ist ein echter Krähenwinkeler

Marco Brunotte (links) und Mac Köhler überreichen Helmut Spohr die Ehrenurkunde der SPD. Foto: K. Raap

Seit 50 Jahren in der SPD und 40 Jahre lang im selben Betrieb

Krähenwinkel (kr). Er ist ein gebürtiger Krähenwinkeler, wie er im Buche steht. In der Ortschaft lebt er am 1. November 2015 seit 81 Jahren. Nach seiner Lehre in einem örtlichen Betrieb arbeitete er 40 Jahre ununterbrochen im selben Unternehmen, und auch politisch ist er eine absolute Konstante: Die Rede ist von Helmut Spohr, der der Krähenwinkeler SPD bereits seit 50 Jahren angehört und seit 20 Jahren im Vorstand der Abteilung mitarbeitet. Grund genug, ihn gebührend zu ehren. Das taten jetzt Marco Brunotte, seit 2008 im Niedersächsischen Landtag und Vorsitzender des SPD-Ortvereins Langenhagen, und Marc Köhler, SPD-Fraktionsvorsitzender im Rat der Stadt Langenhagen und seit fast zwei Jahrzehnten Vorsitzender der SPD-Abteilung Krähenwinkel mit einer Ehrenurkunde und der goldenen Ehrennadel sowie einer persönlichen Laudatio. Die ersten Kontakte zur SPD hatte Helmut Spohr schon sehr früh zu Hause, denn sein Vater war überzeugter Sozialdemokrat. Enger wurden diese Verbindungen, als sein Vater den damals 14-Jährigen mitnahm zu einer Großkundgebung mit Kurt Schumacher. Dieses SPD-Urgestein war von 1946 bis 1952 SPD-Fraktionsvorsitzender sowie Oppositionsführer in der 1. Wahlperiode des Deutschen Bundestags. Als Helmut Spohr vor einem halben Jahrhundert in die SPD eintrat, tat er das wegen eines 25 Meter langen Wasserschlauchs, den er dringend für sein Grundstück benötigte. Seine beiden Freunde Jürgen Niescken und Karl Oellerich händigten Helmut Spohr das Objekt allerdings erst aus, nachdem dieser eine Eintrittserklärung in die SPD unterschrieben hatte. „Das war natürlich nicht so richtig ernst gemeint“, betonte Spohr gegenüber dem Langenhagener ECHO, „aber es bleibt eine nette Erinnerung.“
Beruflich zog es Helmut Spohr in den Zimmereibetrieb von Heinrich Thürnau am Hainhäuser Weg. Dort absolvierte er nicht nur seine Lehre, sondern arbeitete dort als Zimmermann 40 Jahre ununterbrochen bis zur Rente und beendete seine berufliche Laufbahn gleichzeitig mit seinem Chef Heinrich Thürnau. Besonders die Arbeit an Fachwerkhäusern hatte Spohr fasziniert. Dass sein Beruf nicht so ganz ungefährlich war, erlebte er zweimal. Wochenlanges Gipsbett musste er ertragen, nachdem er aus sieben Metern Höhe abgestürzt war. Dramatisch wurde es auch 1997, als nach einem Unfall ein Holzsplitter sein linkes Auge derart verletzte, dass es nach einer Notoperation in der MHH letztlich einem Glasauge weichen musste. „Das sieht so echt aus“, scherzte Spohr, „so dass meine Ärztin schon mal Medizin in das künstliche Auge tropfte.“
Endgültig sesshaft wurde Helmut Spohr in Krähenwinkel, als er Im Hohen Kamp sein Haus baute und zur Einweihung 1967 seine Edelgard heiratete, die 2004 verstarb. Mit ihm im Haus wohnt seine Tochter Silke. Und inzwischen freut sich Helmut Spohr längst über seine beiden Enkelkinder, den 21-jährigen Jan und die 17-jährige Saskia.