„Hier verschwendet er seine Arbeitszeit“

Rieselfelder, Weiherfeld, Logistik – gleich zwei aktuelle Stunden

Langenhagen (ok). Die Rieselfelder – seit Jahren schon ein politischer Dauerbrenner, der sich auch in mehreren Beschlüssen wiederfindet. Und gerade daran scheiden sich die Geister, wie jetzt in der jüngsten Ratssitzung deutlich wurde. „Wir haben eine Planung bestellt, die darauf basiert, die Rieselfelder in den Stadtparkt zu integrieren“, machte Grünen-Fraktionschef Dirk Musfeldt in einer aktuellen Stunde deutlich, die Grüne und SPD zusammen initiiert hatten. Die politischen Vorgaben nach dem Workshop nicht umzusetzen, sei schlichtweg Arbeitsverweigerung. Marco Zacharias sieht in keinem rot-grünen Antrag den Hinweis, dass es keine Bebauung geben dürfe. Die CDU mache in einem eigenen Antrag deutlich, dass sie sich für eine Aufwertung der Wegebeziehungen und der Eingänge zum Park einsetze. Ratsherrin Elvira Drescher forderte in der aktuellen Stunde eine „ergebnisoffene Diskussion“, auch der Bau einer Schule dürfe auf den Rieselfeldern kein Tabuthema sein. „Unsere Schüler sind uns wichtig.“ Das kommt für ihren Ratskollegen Wilhelm Behrens allerdings überhaupt nicht in die Tüte: „Hände weg von den Rieselfeldern. Wir haben genug Flächen in der Stadt für die Schulen.“ Und für Werner Knabe (BBL) ist klar: „Ich schätze den Stadtbaurat sehr, aber hier verschwendet er seine Arbeitszeit am falschen Objekt.“
In der zweiten aktuellen Stunde – von der BBL beantragt – kamen zwei Themen zur Sprache, die wenig bis gar nichts miteinander zu tun haben: Die Erweiterung des Weiherfeldes und die Ansiedlung von Logistikunternehmen in der Flughafenstadt.
Zum ersten Punkt: Aus Sicht des Antragstellers Jens Mommsen sei Langenhagen voll, das Weiherfeld platze aus allen Nähten und die komplette Infrastruktur fliege den Bürgerinnen und Bürgern nur so um die Ohren. Für Wilhelm Behrens ist klar, die Verwaltung müsse sich Flächen sichern, vor 25 Jahren sei beschlossen worden, die Erweiterung des Weiherfeldes voranzutreiben.
Zu Punkt zwei: Mit dem Flughafen solle es ein gutes Miteinander geben, darin waren sich alle einig. Allerdings fand die Ansiedlung von Logistikunternehmen wenig Gegenliebe: zu viel Flächenverbrauch, zu wenig Arbeitsplätze, zu hohe Folgekosten, was die Sanierung der Straßen angeht. Hochwertiges produzierendes Gewerbe soll es sein; innovative Unternehmen mit hochwertigen Arbeitsplätzen sind gefragt.