„Hilfe, bevor es noch schlimmer wird“

Superintendent Martin Bergau (von links), Birgit Baumann und Hans-Günter Schoppa bei der Vorstellung des Tätigkeitsberichts der Lebensberatungsstelle (Foto: G. Gosewisch)

Lebensberatungsstelle legt Tätigkeitsbericht vor

Langenhagen (gg). Wenn Menschen sich zu viel vornehmen und dadurch in Lebenssituationen nicht mehr zurecht kommen, bietet die Lebensberatungsstelle Hilfe an. Die Einrichtung des Kirchenkreises Burgwedel-Langenhagen in der Ostpassage 11 in Langenhagen bietet Ratsuchenden psychologische Hilfe bei depressiven Verstimmungen, Ängsten, Überlastungs- und Überforderungssituationen im Berufs- und Privatleben. In Beratungsgesprächen sollen die Hilfesuchenden selber Lösungswege aus ihrer jeweiligen Krisensituationen finden. „Immer mehr Menschen nehmen die Hilfe in Anspruch“, erklärt Hans-Günter Schoppa, Leiter der Lebensberatungsstelle Langenhagen, bei der Vorstellung des Tätigkeitsberichtes. Mehr als 500 Beratungsfälle wurden im vergangenen Jahr abgewickelt, das ist eine deutliche Steigerung zu den Jahren zuvor. Seit 2005 stieg die Zahl von 379 auf 435 Fälle gesamt. Wichtig ist Schoppa der Hinweis auf aktive Präventionsangebote. Sie richten sich an alle Altersgruppen, zudem gibt es eine feste und flexible Präsenz der Lebensberatungsstelle in der Emmaus-Gemeinde. Superintendent Martin Bergau betont, dass trotz der stetig steigenden Anforderungen an die Einrichtung seit 18 Jahren nach wie vor mit demselben Personalschlüssel gearbeitet wird. Die Personal- und Sachkosten der Einrichtung werden zu rund 66 Prozent von der Stadt Langenhagen finanziert, das sind etwa 175.000 Euro. Es gibt einen Zuschuss der Region Hannover von 20.000 Euro, einen Beitrag der Landeskirche und des Kirchenkreises Langenhagen-Burgwedel in Höhe von 27.000 Euro und die Selbstbeteiligung der Ratsuchenden, die je Beratungsstunde zwischen 20 und 40 Euro bezahlen, beträgt in der Summe rund 25.000 Euro.
Zu einer festen Einnahmequelle hat sich die Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit entwickelt. Sie schickt Bezieher des Arbeitslosengelds II zu einer psychosozialen Beratung in die Lebensberatungsstelle Langenhagen, wenn eine Verbesserung der allgemeinen Lebenslage angestrebt wird und damit eine Voraussetzung für die Jobvermittlung geschaffen werden soll. „Etwa 15 Prozent unserer Beratungsfälle sind solche“, sagt Schoppa. Abgerechnet wird mit der Agentur für Arbeit, rund 45 Euro pro Stunde werde gezahlt. „Am Ende darf eine Beratung nicht am Geld scheitern“, sagt Schoppa, bei unklaren finanziellen Verhältnissen werde flexibel geholfen.
Ebenso flexibel sind die strukturierten Beratungsangebote der Lebensberatungsstelle an bestimmte Alters- oder Berufsgruppen. Ein Beispiel stellt Mitarbeiterin Birgit Baumann vor. Sie hat ein Präventionsangebot für Kita-Mitarbeiter entwickelt.