Hilfsbereitschaft kann ansteckend sein

Überwälitgt vor Freude waren die Kinder in Gambia, als die Langenhagenerin Sylke Forster ihnen Fußbälle schenkte.

Schulgeld für Kinder in Gambia kommt gut an

Langenhagen (gg). Was kann mit 60 Euro bezahlt werden? Hierzulande ist die Frage leicht beantwortet, für die überschaubare Summe gibt es individuelle Verwendung – ein paar Schuhe, ein Theaterbesuch oder eine TÜV-Inspektion für das Auto. „In Gambia reichen 60 Euro, um einem Kind ein Jahr lang den Besuch der Schule zu ermöglichen“, sagt Sylke Forster. Die Langenhagenerin hat eine besondere Beziehung zu dem kleinen Land in Westafrika, das außer an dem kurzen Küstenstreifen zum Atlantik vom Senegal umschossen ist. Ihr Lebensgefährte ist Gambier, besucht mit ihr gemeinsam einmal im Jahr die Familie. Eher zufällig ist Sylke Forster auf die Misere aufmerksam geworden, in der sich viele Kinder in Gambia befinden. Sie können nur zur Schule gehen, wenn das Schulgeld bezahlt wird, aber das ist für viele Familien unerschwinglich. Gambia ist bekannt für weitverbreitete Armut in der Bevölkerung. „Wer lesen und schreiben kann, hat durchaus eine Chance auf Arbeit dort“, sagt Sylke Forster. Wer nichts kann und keinen Job hat, lande dagegen mit hoher Wahrscheinlichkeit obdachlos auf der Straße, denn selbst für die einfachste Hütte müsse Miete bezahlt werden. „Genug Schulen gibt es, sie sehen nur nicht besonders komfortabel aus“, berichtet Sylke Forster. So sei es ganz normal, wenn das Wellblechdach völlig durchlöchert ist. „Es gibt zu wenig Bänke und Tische, viele Schüler sitzen auf dem Erdboden. Aber immerhin, es wird Lesen und Schreiben in Englisch gelernt, sogar in Schuluniform,“, sagt sie. Zunächst hat sie nur für ein Kind das Schulgeld bezahlt. Einfach fasziniert sei davon, dass sie mit relativ wenig sehr viel helfen kann, und so hat sie ihren Freunden und Bekannten davon erzählt. Das hatte Folgen, denn die Freude am Helfen war ansteckend. 14 Paten unterstützen nun 22 Kinder (zwischen vier und 14 Jahren) in Gambia. Sachspenden sammelt Sylke Forster und organisiert einmal im Jahr einen Container-Transport, den sie begleitet – das ist nun zu ihrem privaten Hobby geworden. „Die glücklichen Kinderaugen sind unbeschreiblich“, sagt Lilli Maier, eine Nachbarin von Sylke Forster, die inzwischen auch zu den Paten gehört und die Fotos von der Verteilung der Sachspenden gesehen hat. Sie unterstützt ein taubstummes Kind in Gambia, das nun Gebärdensprache lernen darf. Lilli Maier sagt: „Da weiß man, dass man etwas Gutes getan hat.“