Hilfskräfte stemmen wahre Mammutaufgabe

Müssen eine schwere Aufgabe meistern (von links): Bürgermeister Mirko Heuer, Johanniter-Einsatzleiter Tim Heinrich und Pierre Graser vom THW.Foto: O. Krebs

Notunterkunft für maximal 300 Flüchtlinge an der Hans-Böckler-Straße eingerichtet

Langenhagen (ok) Es war eine wahre Mammutaufgabe, die die Johanniter und das Technische Hilfswerk (THW) mit Unterstützung der Bundeswehr und der Freiwilligen Feuerwehr stemmen mussten. Bis Freitagabend ist in einem Gebäudekomplex an der Hans-Böckler-Straße eine Notunterkunft für bis zu 300 Flüchtlinge aus dem Boden gestampft worden. Wohn- und Schlafräume für die Gäste richteten die Helferinnen und Helfer im Obergeschoss ein; im Erdgeschoss werden Wasch- und Sanitärmodule aufgebaut. Was die genaue Zahl der Flüchtlinge angeht, ihr Herkunftsland, ihre Religion und ihre Ethnie – Stadtverwaltung und Hilfsorganisationen tappen da noch völlig im Dunkeln. "Das entscheidet sich erst mit dem Eintreffen des Busses", sagt Johanniter-Einsatzleiter Tim Heinrich. Er macht deutlich, dass sich die Frauen und Männer dann noch nicht im Status eines laufenden Asylverfahrens befänden. Ob es mehr Frauen, Männer oder Familien seien – das stünde ebenfalls noch in den Sternen. Die Landesaufnahmebehörde schiebt das Verfahren an; eventuell werden auch mobile Teams unterwegs sein. Eine medizinische Versorgung in der Unterkunft übernehmen die Johanniter. Und: "Nach der Ankunft läuft ein minimales ärztliches Screening, um ansteckende Krankheiten auszuschließen und schwerwiegende Verletzungen zu behandeln", kündigte Tim Heinrich an. Über eine Art hausärztliche Sprechstunde ist auch nachgedacht worden. Die Helferinnen und Helfer waren in den vergangenen Wochen richtig im Stress, haben quasi durchgearbeitet – nach den Notunterkünften in Lüchow, Uetze, Oerbke war Langenhagen an der Reihe. Für die erste Aufnahme der Menschen aus verschiedenen Ländern werden weiterhin ehrenamtliche Dolmetscher gesucht. Gesucht werden Personen, die Arabisch, Farsi (persische Amtssprache), Urdu, Kurdisch, Türkisch, Serbisch, Französisch, oder Italienisch und gleichzeitig gut Deutsch sprechen. Wer eine oder mehrere der hier angegebenen Sprachen beherrscht, melde sich bitte telefonisch unter der Telefonnummer (0511) 7307-91 01 oder per Mail an stadtverwaltung@langenhagen.de. Spenden nimmt Fairkauf an, gesucht werden vor allen Dingen Badelatschen. Ehrenamtliche Helfer können sich gern unter der Telefonnummer (0511) 7307-9108 melden. Wie Bürgermeister Mirko Heuer mitteilt, herrscht unter den Regionskommunen Solidarität, was die Quote der Flüchtlinge angeht. Wahrscheinlich gibt es eine wesentliche Entlastung und Umverteilung, weil Langenhagen jetzt diese große Zahl aufnehmen musste.