Historische und soziale Bedeutung
Sanierung der Kreuzwippe ist fast abgeschlossen
Engelbostel (he). 1,35 Millionen Euro hat die Stadt Langenhagen in den vergangenen Monaten im alten Engelbosteler Schulhaus an der Kreuzwippe verbaut – gut angelegtes Geld, mit dem ein Schmuckstück für den Ort geschaffen wurde. Auf mehr als 400 Quadratmetern im Erdgeschoss sind Räume für örtliche Vereine und Verbände und für die Verwaltungsstelle entstanden; saniert wurden außerdem die Wohnung im Dachgeschoss und der weitere Dachraum, der für eine zukünftige Nutzung vorbereitet wurde.
„Die Kreuzwippe steht kurz vor der Fertigstellung“, erklärte Stadtbaurat Carsten Hettwer bei einem Ortstermin am Dienstag; im Gebäude sind lediglich noch Restarbeiten auszuführen, die Gestaltung des Außengeländes ist ebenfalls bald abgeschlossen. Noch in diesem Jahr findet die Schlussreinigung statt; auch die Vereine können noch vor dem Jahreswechsel damit beginnen, ihr Inventar in die alte Schule zu räumen.
„Insbesondere im früheren Stallgebäude musste sehr viel getan werden“, berichtet der für die Sanierung verantwortliche Architekt Wilfried Engelke. So wurden in diesem Teil des 1879 gebauten Hauses die Grundmauern unterfangen und die kojenartige Aufteilung des bislang nicht genutzten Raumes entfernt. Entstanden ist so ein schöner, heller Raum mit separatem Zugang, Toiletten und einer Küchenzeile, der auch für private Feiern gemietet werden kann.
Im Zuge der Sanierung des historischen Hauses wurden Fenster und Türen, Fußböden und Wände, die sanitären Einrichtungen, das Dach und die Installation erneuert, außerdem die Backsteinfassade gereinigt und neu verfugt. „Bei allen Arbeiten wurde soviel wie möglich von der alten Substanz erhalten“, erklärt Carsten Hettwer; unter Gesichtspunkten des Denkmalschutzes wurde darüber hinaus genau auf die verwendeten Materialien und Farben geachtet. Der Stadtbaurat ist mit dem Verlauf der Sanierung sehr zufrieden: Der Kostenrahmen sei eingehalten worden, erklärt er; beim Zeitplan habe es lediglich aufgrund einer technisch notwendigen längeren Trocknungsphase Verzögerungen gegeben.
„Wir als Stadt müssen uns gut um unsere wenigen historischen Gebäude kümmern“, ist Hettwer überzeugt und verweist darauf, dass das alte Engelbosteler Schulhaus nicht allein als Baukörper unter Denkmalschutz gestellt wurde, sondern auch wegen seiner historischen und sozialen Bedeutung für den Ort. Eine Sandsteinplatte an der Giebelseite des Hauses weist darauf hin: „Hier lernt die Jugend Weißheit, Frömmigkeit und Tugend“ ist hier zu lesen – vielleicht für die nächsten 132 Jahre und ungeachtet der Tatsache, dass die Kreuzwippe zu einem nicht geringen Teil als Seniorenbegegnungsstätte genutzt wird.




