„Höchste Zeit, um Freiheit einzufordern“

Falk Garbsch sieht Parallelen zwischen der Hacker-Ethik und der Ausstellung von Stefano Calligaro im Kunstverein an der Walsroder Straße. (Foto: G. Gosewisch)

Hacker erklärt Ethik des Chaos Computer Clubs

Langenhagen (gg). Ist die Demokratie, in der wir leben, nur noch Fassade, hinter der global agierende Konzerne zentralistische Machtstrukturen festigen? „Das sind totalitäre Systeme, die unsere Freiheit einschränken“, sagt Falk Garbsch, Sprecher des Chaos Computer Clubs Hannover, bei einem Treffen im Kunstverein. Er zeigte Widerstände auf, mit denen sich Hacker beschäftigen. Unter dem Titel „Naheliegende Berufe“ führte das zu einem Gespräch, das eine Parallele zur laufenden Ausstellung des Künstlers Stefano Calligaro aufzeigte. Unter den Titel „Wie man in der Öffentlichkeit pisst“ wird der Betrachter provoziert, weil der Künstler sein eigenes Tun und Machtbeziehungen infrage stellt. „Die Ausstellung wendet sich gegen Erwartungshaltungen und setzt sich mit Autoritäten auseinander. Bei uns ist das dasselbe“, sagt Falk Garbsch im Gespräch mit dem ECHO. Den Autoritäten zu misstrauen ist aus seiner Sicht wichtig, weil sie Macht auf sich ziehen, die eigentlich allen gehöre. Er wundert sich, warum die Menschen sich nicht wehren und ihre Freiheit nicht einfordern. Falk Garbsch sagt: „Es ist höchste Zeit.“ Der zweckentfremdete kreative Umgang mit Technologien ist sein Handwerkszeug.
Der nächste Termin im Kunstverein ist die Jahresversammlung. Termin: Mittwoch, 13. Dezember, um 19 Uhr an der Walsroder Straße 91A.