Höhepunkt ein Höhen-Feuerwerk

Indianer gaben sich auch ein Stelldichein.Fotos: E. A. Nebig
 
Feuerwerker Rainer Apel (rechts) sorgte zusammen mit seiner Frau und Diplom-Ingenieur Rolf Schmidt für die richtige Illumination.

Fest am Silbersee zog tausende Besucher an

Langenhagen (ne). Zu Beginn der 30er Jahre entstand beim Bau der Reichsautobahn Berlin-Dortmund unter anderem der Silbersee. Seinen Namen erhielt er nachweislich von Angehörigen des Boelcke-Geschwaders, das in Evershorst auf dem damaligen Fliegerhorst-Langenhagen, dem heutigen Zivilflughafen, stationiert war. Die Piloten orientierten sich damals am silbern schimmernden Wasser des Baggerloches in Langenforth und gaben diesem den Namen „Silbersee“. Dieser wurde in den 50er Jahren von der Gemeinde Langenhagen zum Strandbad mit großer Strand-Gaststätte ausgebaut. Silbersee-Wirt wurde der heute fast vergessene, damals sehr beliebte Karneval- und Schützensponsor, Adolf Rick. Das Gebäude brannte vor Jahren ab. Unlängst hat der See durch den heute dort ansässigen Wirt und dessen Partner im Rahmen einer Erlebnis-Gastronomie den Namen „Lucky Lake“ erhalten. Aber am „glücklichen See“ sind nicht nur die Gastronomen ansässig, sondern seit Jahrzehnten die Ortsgruppe Langenhagen der Deutschen Lebensrettungs Gesellschaft (DLRG). Deren Wachgänger sorgen im Sommer für die Sicherheit der Badegäste. Dabei halten sie Ausblick vom DLRG-Turm, der einst ein Stellwerk der Üstra am Aegidientorplatz in Hannover war, was auch kaum bekannt ist. Seit Jahren veranstaltet die DLRG im Sommer am Turm ein Seefest. Im vergangenen Jahr holten sie den Silbersee-Wirt Rolf Mansbarth und dessen Partner mit ins Boot. Gemeinsam geht es bekanntlich besser, und das Seefest als Gemeinschaftsveranstaltung wurde prompt zu einem Ereignis, das sehr viele Besucher anzog. Ein Grund zur Wiederholung. Am Wochenende ging das zweite gemeinsame Seefest über die Bühne und wurde erneut ein Riesenerfolg. DLRG-Vorstand und Gastronomen waren mit der Resonanz sehr zu frieden! Die Besucher, Kinder und Erwachsene, waren restlos begeistert. Bei der DLRG gab es viele Unterhaltungsangebote; das reichte vom Kinderschminken über abenteuerliches Kistenstapeln sowie „Segway-Fahren“ bis hin zu Fahrten auf dem Wasser in Rettungsbooten. Für das leibliche Wohl war gesorgt, und zu Diskomusik konnnte getanzt werden. Im Lucky-Lake-Saloon und im Tipi ging es eher gemütlich zu! Man hatte den Eindruck in den Wilden Westen der USA im 19. Jahrhundert versetzt zu sein. Neben dem üblichen Biergarten-Publikum hatten sich hier nämlich Indianer, Horseman, Cowboys, Siedler, Angehörige der US-Kavallerie und der Konförderierten sowie entsprechend gekleidete Westernfans ein Stelldichein gegeben. Sie wurden von einer Country-Band samt Sängern und Sängerinnen unterhalten, und auch das Speisenangebot war entsprechend. Sunkmanitu Luta (Roter Wolf), ein Schamane der Dakota Indianer im Original-Outfit (alias Uwe Klinge vom Living History Lakota Club), wusste viel über das Leben der fast vernichteten Ureinwohner Nordamerikas zu erzählen! Man hörte ihm gespannt zu, bis es Dunkel wurde. Darauf hatte die Gäste lange gewartet, denn nun stand der Höhepunkt des Seefestes nach einem Fackelschwimmen der DLRG an. Feuerwerker Rainer Apel aus Meiningen in Thüringen brannte mit Unterstützung seiner Frau und Diplom-Ingenieur Rolf Schmidt zum zweiten Mal ein beachtenswertes Höhenfeuerwerk ab, das viel Beifall der Zuschauer erhielt. Gesponsert wurde es übrigens von einem Langenhagener Bürger, der ungenannt sein will! Ärger gab es keinen, dafür sorgte die Anwesenheit von zwei Kontaktbeamten des Polizei-Kommissariats-Langenhagen. Angetrunkene Besucher, die über die Fußgänger-Brücke aus Vahrenheide gekommen waren, zogen es bei deren Anblick vor, schnell zu verschwinden!