„Holzpoller-Irrsinn soll weg“

Betriebsbedingt ist Marc Münkel mit dem Trecker in Twenge unterwegs. Wegen der Holzpoller kommt es im Begegnungsverkehr, auch mit den Linienbussen, zu haarsträubenden Rücksetzmanövern.

Fahrbahn-Verbreiterung in Twenge beantragt

Kaltenweide (gg). Idyllisch ist in Twenge die alte Dorfstraße mit einer recht schmalen Fahrbahn ausgestattet. „Um den Seitenraum und damit auch den Wurzelraum sowie die alten Bäume selbst zu schützen, wurden im vergangenen Sommer Holzpoller gesetzt“, so die aktuelle Mitteilung der Stadtverwaltung auf ECHO-Anfrage. Zum Hintergrund: Die Holzpoller sind unter Anliegern seit Monaten, sozusagen, „Holz des Anstoßes“. Begegnen sich Auto- oder Busfahrer, können sie nicht mehr wie bisher auf den Seitenstreifen ausweichen und aneinander vorbei fahren, sondern müssen stehen bleiben und unter Umständen sogar rückwärtsfahren, um nicht eine Kollision zu riskieren. Nach Auskunft der Stadtverwaltung ist aber genau diese Einschränkung Ziel der Baumaßnahme gewesen. Die Pressestelle erklärt: „Die schmale Fahrbahn lässt das Begegnen von landwirtschaftlichen Fahrzeugen und einem Bus nur mit gegenseitiger Verständigung zu. Da genügend Sichtweite vorhanden ist, findet dieses im Allgemeinen auch ohne Probleme statt. Diese Begrenzung hat den Vorteil, den Unterhaltungsaufwand, der durch das Zerfahren des Seitenraumes angefallen ist, zu minimieren.“ Marc Münkel, Anlieger mit landwirtschaftlichem Betrieb, sieht das ganz anders. Er sagt: „Nun wird zwischen den Pollern scharf ausgebremst. Bisher haben wir Landwirte das Gras im Seitenstreifen gemäht und der Stadtverwaltung damit Kosten erspart. Zwischen den Pollern machen wir das ganz sicher nicht mehr.“ Täglich komme es zu brenzlichen Situationen, wenn sich Busse oder landwirtschaftliche Fahrzeuge an den Autos vorbeiquetschen. Radfahrer seien da ohnehin völlig ungeschützt. Und auch für die weitere Betriebsführung sei die Maßnahme schädlich, denn der Hof in Twenge hat den Schwerpunkt Pferdehaltung. Marc Münkel erklärt: „Bisher konnten Pferd und Reiter auf den Grünstreifen ausweichen, um Fahrzeugen Platz zu machen. Nun laufen sie immer wieder in Gefahrensituationen, denn Kraftfahrer halten Sicherheitsabstände selten ein.“ Marc Münkel protestiert bei der Stadtverwaltung seit Wochen gegen die Poller, hat nach eigenem Bekunden sogar den Bürgermeister informiert und ihm zudem Fotos von dem Problem geschickt. Auf ECHO-Nachfrage konnte sich Mirko Heuer nicht daran erinnern. Marc Münkel wurde nun selbst aktiv. Als Mitglied des Kaltenweider Ortsrates (CDU) hat er Unterstützer gesucht und gefunden. In der nächsten Sitzung am Dienstag, 7. Februar, um 19.30 Uhr im Zelleriehaus, soll es ein Votum für eine Fahrbahn-Verbreiterung in Twenge geben, um „den „Holzpoller-Irrsinn und Schildbürgerstreich“ zu beenden. Vor und nach der Sitzung findet die Einwohnerfragestunde statt.