Homogen und kraftvoll

Corinna Fiedler und Frank Marpoder setzten beim Neujahrskonzert des Blasorchesters Akzente. Foto: D. Lange

Neujahrskonzert im CCL mit dem Blasorchester Langenhagen

Langenhagen (dl). Wahre Fans machen es wie die Familie Noll aus Langenhagen: Sie bringen sich bequeme Stühle mit und verfolgen das Neujahrskonzert des Blasorchesters von der Galerie aus. Aber auch wer einen der 200 Plätze vor der Bühne ergattern wollte, musste frühzeitig da sein. Trotz des fast frühlingshaften Wetters kamen letztlich über 400 Zuhörer in den Lichthof des CCL, der noch winterlich dekoriert ist, und genossen zwei Stunden lang die Musik des Orchesters, das von seinem musikalischen Leiter und Dirigenten Kai Philipps durch ein umfangreiches und vielseitiges Programm geleitet wurde. Die Palette reichte von der Klassik bis zum Rock’n’Roll, mit Zwischenstationen bei den Schlagern der 50er Jahre und dem Musical. Das erinnerte die Älteren im Publikum sicher noch an die Zeit, als die Stimmen von Caterina Valente und Bill Ramsey aus dem Röhrenradio klangen mit Liedern wie der „Zuckerpuppe aus der Bauchtanzgruppe“ und „Wo meine Sonne scheint“, der deutschen Version von „Island in the Sun“ von Harry Belafonte. Corinna Fiedler und Frank Marpoder kamen Bill Ramsey und Caterina Valente dabei auch gesanglich recht nahe, was den nostalgischen Eindruck noch verstärkte. Marpoder konnte am Ende aber auch mit dem Frank-Sinatra-Klassiker „My Way“ überzeugen.
Was das Blasorchester Langenhagen auszeichnet, ist nicht nur das Können der Musiker, die das Orchester zu einem homogenen und kraftvollen Klangkörper machen. Und es beherrscht nicht nur Märsche, Balladen und Swing – Letzteres wurde mit einem Glenn-Miller-Medley eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Auch bei den Rock’n’Roll-Klassikern von Elvis Presley und Bill Haley kann das Orchester überzeugen – vielleicht könnten diese sogar noch etwas mehr Druck und Tempo vertragen.
Dem Publikum hat’s ganz offensichtlich gefallen, und einige wagten beschwingt sogar ein paar Tanzschritte.