Hope - Hoffnung

Jonathan ist 22 Jahre alt. Eine Arbeit hat er nicht. Nach der Schule hat er "Verwaltung" studiert. Jetzt wohnt er zu Hause bei seinen Eltern in dem kleinen südafrikanischen Dorf Fafung. Die Zukunftsaussichten sind düster. Doch Jonathan kann nicht den ganzen Tag nur herum sitzen. Gemeinsam mit anderen jungen Menschen engagiert er sich in dem Projekt "Hope".
Gleich neben der Kirche von Fafung ist dieses Projekt vor mehr als zehn Jahren entstanden. Vielleicht würden wir es eine Sozialstation nennen. Die jungen Menschen betreuen fast 100 Patienten in den zerstreut liegenden Häusern. Lange Wege legen sie zu Fuß zurück. Ein Fahrzeug haben sie nicht. Sie gehen zu Menschen, die durch Aids und andere Krankheiten geschwächt sind. Die Helfer sind keine ausgebildeten Pfleger. Einen Arzt gibt es auch nicht. Trotzdem können die jungen Menschen viel erreichen. Sie hören zu, geben Tipps zur Ernährung, betten die Kranken, legen Windeln an, wo das nötig ist und sind einfach da.
Eine Sprechstunde wurde ebenfalls eingerichtet. Häufig kommen Patienten und bitten um Hilfe. Nicht immer reicht das wenige Geld, das "Hope" zur Verfügung hat. Unterstützung von offizieller Seite gibt es nicht. Alles muss über Spenden finanziert werden.
Trotz allem sind die jungen Menschen voller Zuversicht. Sie haben etwas zu tun, das ihrem Leben Halt und Sinn gibt. Sie helfen anderen und gewinnen so auch für sich: eine Einstellung zum Leben. "Hope"- Hoffnung, das ist nicht nur Sache der Einstellung. Hoffnung hat es mit dem ganzen Menschen zu tun. Herz, Mund und Hände sind beteiligt. Mit Jonathan hat die Hoffnung für mich ein Gesicht bekommen.

Karl Ludwig Schmidt, Pastor