„Hubertus, der Freund aller Kinder“

Die ehemaligen Schulsanitäter sagen tschüß, und Hubertus von Wick (links) übergibt das Steuerrad an seine Nachfolger Jens Aschenbrenner und Antje Kaps.Foto: O. Krebs
 
Gehen mit einem lachenden, aber mindestens auch mit einem weinenden Auge (von links): Uschi Frank-Kuschel, Jelka Klein, Ole Dunkel, Elfi Krämer, Doro Schaffeld, Renate Held, Helga Steinkamp und Hubertus von Wick.

Acht IGS-Lehrerinnen und -Lehrer jetzt mit vielen Tränen verabschiedet

Langenhagen (ok). Gleich acht Lehrkräfte verabschiedete IGS-Schulleiter Wolfgang Kuschel jetzt zum Ende des Schuljahres. „Prominentestes“ Mitglied in der Reihe der Verabschiedungen ist der langjährige Stufenleiter der Sekundarstufe I Hubertus von Wick, der seit 1991 auch in der Schulleitung mitarbeitete. Von Wick war langjähriger Leiter des Aufnahmeausschusses und organisierte im Jahre 2009 die Kampagne „CDU-Wähler für Gesamtschulen“, die die damalige Landesregierung in Bedrängnis brachte, weil sie das Abitur nach zwölf Jahren auch an Gesamtschulen einführen wollte. Unter den Verabschiedeten befindet sich auch das letzte Mitglied des Gründungskollegiums der IGS Doro Schaffeld, die 41 Jahre lang an der Schule arbeitete. Ihre bleibende Hinterlassenschaft ist der Aufbau des Ton-Video-Studios, in dem Filme, Hörspiele und anderes produziert werden. Mit mehr als 38, 33 und 28 Jahren haben Renate Held, Helga Steinkamp und Elfi Krämer ein halbes Leben an der IGS Langenhagen zugebracht. Helga Steinkamp ist vielen Schülerinnen und Schülern als langjährige Beratungslehrerin in Erinnerung. Neben Uschi Frank-Kuschel wurde auch Ole Dunkel verabschiedet, der den Fachbereich Kunst an der IGS seit 1995 leitete. Als einzige geht die Musiklehrerin Jelka Klein nicht in den Ruhestand. Klein, die in den vergangenen beiden Jahren durch Aufsehen erregende Musicalinszenierungen von sich reden gemacht hat, wechselt für einige Jahre an die „Europäische Schule“ in München. Neben den zum Teil langjährigen Lehrkräften wurden auch die zwei FSJler Leonie Kohne für den Bereich Sport und Dustin Krüger (FSJ Kultur) sowie die Fremdsprachenassistentin Estefania Roman Galloso verabschiedet.
Alle acht Verabschiedungen waren mit einigen Tränen verbunden, aber gerade bei Hubertus von Wick war sehr viel Gefühl mit im Spiel. Das Lied „Hubertus, der Freund aller Kinder“, das der Kollegen-Chor frei nach der Melodie von „Flipper“ intonierte, verdeutlichte die Einstellung des prinzipientreuen und wertkonservativen Pädagogen, der sowohl im Kollegium als auch bei den Schülerinnen und Schülern sehr beliebt. Denn Hubertus von Wick hat jeden Einzelnen seiner Schülerinnen und Schüler als eigene Persönlichkeit akzeptiert. Nie habe er rumgeschrien oder gar etwas Abfälliges gesagt, so Schulleiter Wolfgang Kuschel. Und die Eltern seien für ihn immer Partner auf Augenhöhe gewesen, wobei er sich nicht kumpelhaft oder gar anbiedernd verhalten habe. Ein halbes Leben habe von Wick an der IGS verbracht, hat 1985 den Schulsanitätsdienst ins Leben gerufen und 1987 sogar eine Schülerdisco, die es mittlerweile aber nicht mehr gibt. Der Schulsanitätsdienst war der erste in ganz Niedersachsen, mehr als 30 gebe es immer noch nicht. Pflichtbewusstsein, Fleiß, Geradlinigkeit und natürlich auch Bescheidenheit – alles Charaktereigenschaften, die Hubertus von Wick auszeichnen. Dazu kommen Humor und Loyalität und ein unglaublich reicher Erfahrungsschatz. Und um auf „Flipper“ zurückzukommen: Von Wick ist nach Ansicht seiner Kolleginnen und Kollegen auch mit einem Delfin zu vergleichen: lustig, intelligent, gesellig. So kam Wolfgang Kuschels Fazit: „Du wirst uns vor allen Dingen als Mensch fehlen“ mit Sicherheit von Herzen. Aber auch von Wick lobte „sein unglaublich kameradschaftliches Kollegium“, in dem er niemals so etwas wie Mobbing erlebt habe. Seine unglaublich lange Schulzeit untermauerte der Mathematiklehrer mit einigen witzigen Zahlen: So habe er insgesamt 6.080 Unterrichtstage erlebt, 80 Nächte in Jugendherbergen zugebracht, 18.912 Tests korrigiert und 122.400 Blätter kopiert. Und nicht zu vergessen: 29 Rollen Toilettenpapier verbraucht.
Sein Wunsch zum Abschied: Pädagogik verändere sich, die IGS möge eine dynamische Schule bleiben. „Pflegt und behaltet eure Haltung gegenüber den Schülerinnen und Schülern bei“, so Hubertus von Wick, der in seinem neuen Lebensabschnitt viel Zeit auf dem Wasser in seinem Boot verbringen möchte.