„Ich habe mir mein Gänseblümchen auf der Wiese gepflückt“

Stammen beide aus Gartow im Wendland: Wilhelmine und Otto Wilke. (Foto: D. Lange)

Wilhelmine und Otto Wike sind seit 65 Jahren verheiratet

Langenhagen (dl). Es hat schon etwas Besonderes an sich, wenn Ehepaare ihre eiserne Hochzeit feiern können. Dazu muss man bekanntermaßen 65 Jahre verheiratet sein und das können nicht viele Menschen von sich behaupten. Wilhelmine und Otto Wike aber zählen zum Kreis derer, denen dieses Glück vergönnt ist. Im Jahr 1947 sind sie sich in Gartow, ihrem damaligen Heimatort an der Elbe, das erste Mal begegnet. Das Datum wissen sie noch genau: „Ich habe mich mit dem Bruder meines Mannes unterhalten“, schildert Wilhelmine Wike die Szene, „mein Mann meinte aber, ich hätte mit seinem Bruder geflirtet“. Jedenfalls sprach er sie darauf hin an und sagte zu ihr: „Na, wie wär's denn mit uns beiden?“ Heutzutage würde Frau sowas wohl eher als plumpe Anmache bezeichnen, gefunkt hat es dann aber doch. Aber nicht gleich, denn Otto lief an diesem Tag mit einer kaputten Hose herum, was sie mit deutlichem Missfallen zur Kenntnis nahm und dies auch zum Ausdruck brachte. Aber Wilhelmine Wike spielte seinerzeit Handball und als ihr zukünftiger Ehemann ihr einmal zuschaute, versprach er ihr für jedes Tor ein Paar Seidenstrümpfe. Otto Wike, der über seine Frau sagt: „Ich habe mir mein Gänseblümchen auf der Wiese gepflückt“, war schon damals begeisterter Angler und Segelflieger. Für ihren Hochzeitstag hatten sie sich der Einfachheit halber den 8. Januar 1953 ausgesucht, dem Tag der Silberhochzeit ihrer Eltern. Da ließen sich beide Feiern gut zusammenlegen. Zwei Jahre zuvor erblickte bereits ihre erste Tochter das Licht der Welt, was damals sicher nicht ganz unproblematisch gewesen sein mag. Nach der Hochzeit fand Otto Wike als gelernter Tischler Arbeit in Hannover und kurze Zeit später folgte ihm auch seine Frau in die Landeshauptstadt und arbeitete im Lebensmitteleinzelhandel. 1956 ging Otto Wike als Zeitsoldat zur Bundeswehr und wurde Flugbetriebsleiter für den militärischen Teil des Flugverkehrs auf dem Flughafen. Damit allerdings waren eine ganze Reihe von Lehrgängen in ganz Deutschland verbunden, sodass der spätere Offizier viel unterwegs und nur selten zu Hause war. Später ließ er sich zum Innendienst in die Freiwilligen-Annahmestelle versetzen, zumal 1966 ihre zweite Tochter geboren wurde. Zum Angeln sind beide aber nach wie vor gerne gefahren, wenn es die Zeit erlaubte. Gerne auch verbunden mit einem Picknick zusammen mit Freunden. Etliche Pokale auf dem Wohnzimmerschrank künden zudem von einer erfolgreichen Angelleidenschaft. Nicht zu vergessen die Urlaube in Dänemark oder auf Gran Canaria, die sich die beiden gegönnt haben .