„Ich will etwas geben“

Im MILA an der Schützenstraße trafen sich städtische Mitarbeiter und einige Zugezogene zum Gespräch. Mit Zuversicht soll es weitergehen.

MILA-Laden bleibt wichtiger Treffpunkt

Langenhagen (gg). Im Jahr 1980 in Berlin geboren, als Sechsjährige mit der Familie in die Heimat Libanon zurückgekehrt und seit 15 Monaten wieder in Deutschland: Der bisherige Lebensweg von Yasmin Saad war den Zwängen des Krieges im Nahen Osten geschuldet. Sie blickt energisch nach vorn, macht aus ihrer Situation eben das, was geht. Schlichte Kleidung beispielsweise wirkt an ihr elegant und stilvoll. Die junge Mutter ist gerne und oft im MILA-Laden, eine städtische Einrichtung an der Schützenstraße, wo Fortbildung und Alltagstipps vermittelt werden. Hier treffen sich Zugezogene mit hiesigen ehrenamtlichen Helfern für Integration. Vermittlung leistet der städtische Sozialdienst. „850 Flüchtlinge sind in Langenhagen zu betreuen“, sagt Doris Lange, Sozialdienst-Leiterin. Sie lobt das ehrenamtliche Bürger-Engagement, das den Zugezogenen im vergangenen Jahr vielfältig geholfen hat: „Deutsch lernen, medizinische Hilfe finden oder Formulare ausfüllen wäre für viele sonst nicht möglich gewesen.“ Sie wünscht sich, dass das Interesse der Langenhagener an der Flüchtlingssituation nicht nachlässt. Sie möchte es halten und weiterhin wecken. „Es geht nicht darum, die Flüchtlinge permanent in den Mittelpunkt zu rücken. Es geht darum, gegen die Isolation zu arbeiten und für die Integration.“ Mitmachen in Sportvereinen, Dabeisein, wenn sich Gruppen treffen, und vieles mehr sei für die Flüchtlinge jetzt wichtiger denn je. Wer dabei Unterstützung leiste, tue ein gutes Werk. „Ich habe sehr viel Hilfe bekommen. Die Langenhagener sind sehr freundlich zu mir. Ich bin sehr dankbar dafür und will etwas zurückgeben“, sagt Yasmin Saad. Ihr Traum ist es, ein Café zu eröffnen, sobald es ihr per Aufenthaltsstatus erlaubt ist. Im Gespräch mit Bürgermeister Mirko Heuer und Sozialdezernentin Monika Gotzes-Karrasch im MILA erhält sie Zuspruch. Ebenso Shabaan Taha Bash (Bundesfreiwilligen Dienstler), Mouhaya Samman (Elektriker) und einige weitere Zugezogenen, die für ein besonderes Treffen von Doris Lange zum Gespräch gebeten wurden. Sie alle danken für die Hilfe, die sie bereits schon bekommen haben. Mirko Heuer sagte: „Das MILA ist ein guter Anlaufpunkt. Es war die richtige Entscheidung, die ehrenamtlichen Helfer über den Sozialdienst zu koordinieren, damit die Hilfe richtig ankommt.“ Monika Gotzes-Karrasch betonte: „Neue Herausforderungen werden sicher gut bewältigt werden, solange die Menschen die richtige Einstellung haben.“