Im Königreich des Laubfrosches

Annika Woidtke (11 Jahre alt) steigt für den Pflegeeinsatz mit Wathosen ins Wasser. (Foto: K. Woidtke)

Pflegeeinsatz des NABU Langenhagen

Langenhagen. In den Kleingewässern in Kananohe hat der stark bedrohte Laubfrosch ein Königreich gefunden, das regelmäßig von Helfern des NABU Langenhagen gepflegt wird. Diese Pflege ist nötig, da der kleine, grüne Frosch gut besonnte und flache Kleingewässer braucht, die nicht zu früh im Jahr trockenfallen dürfen. Haben früher Rinder die Beweidung dieser Kleingewässer übernommen, sorgen heute Naturschützer dafür, dass der Lebensraum des Laubfrosches nicht verlandet und Büsche und Gräser das Gewässer nicht beschatten.
Der NABU Langenhagen zeigte bei seinem letzten Pflegeeinsatz in Kananohe, dass aktive Mitarbeit im Naturschutz von den Enkeln, über die Eltern, bis zu den Großeltern möglich ist und es dabei immer Spannendes in der Natur zu entdecken gibt. Acht kleine und große Naturschützer trafen sich am Parkplatz an der Hasenheide, um mit Sense und Klappsägen ausgestattet Schilf und Rohrkolben aus den vom NABU betreuten Kleingewässern in Kananohe zu entfernen. Bei den sommerlichen Temperaturen machte es besonders den helfenden Kindern viel Spaß, direkt ins Wasser zu gehen und das Schilf unterhalb der Wasseroberfläche abzuschneiden. Dass dabei das Wasser auch schon einmal in die Gummistiefel schwappte, störte dabei nicht wirklich. Kichernd wurde es sportlich elegant aus den Stiefeln gekippt. Neben Fröschen und Libellen entdeckten die Mitglieder des NABU während des Pflegeeinsatzes auch eine Stabwanze, die sowohl unter Wasser leben als auch in der Luft fliegen kann. Die Stabwanze, auch Wassernadel genannt, saß durch ihren, einem Halm ähnlichen Körperbau, gut getarnt im flachen Wasser. Dort lauert sie auf Beute, die sie mit ihren Fangarmen umklammert, durch einen Giftbiss tötet und anschließend aussaugt. Nicht nur für die Kinder war diese Entdeckung sehr spannend.
Wer fleißig half, hatte sich natürlich auch eine leckere Brotzeit verdient. So ging es nach einer Pause mit belegten Brötchen, Frikadellen und Kuchen frisch gestärkt an das zweite Kleingewässer, um Rohrkolben zu entfernen. Dort hüpfte den Naturschützern prompt ein junger Laubfrosch vor die Füße. Kaum zu glauben, dass solch ein kleiner Kerl so stimmgewaltig ist. Damit weiterhin die Laubfroschkonzerte im Frühjahr von den Langenhagenern genossen werden können, schlüpfte Annika in die viel zu große Wathose, stieg ins Nass und sorgte in diesem modischen Outfit für einige Lacher bei den anderen Helfern am Ufer. "So eine wünsche ich mir zum Geburtstag!" sagte sie abschließend, während sie die Rohrkolben im Wasser abschnitt. Kein Problem - spätestens im nächsten Sommer wird sie die Hose wieder an den Kleingewässern einsetzen können.
Wer den Mitgliedern des NABU Langenhagen aktiv helfen möchte, beim nächsten Arbeitseinsatz an den Kleingewässern in Kananohe am 6. Oktober dabei sein. Dann werden die Gewässerränder von jungen Birken, Weiden und Kiefern befreit, um den Lebensraum für den stark gefährdeten Laubfrosch zu erhalten.
Weitere Infomationen zum NABU Langenhagen im Internet: http://nabu-langenhagen.de/index.htm.