Im Leben und im Tod bei Gott

Eine ganze Woche lang war der Tod zu Gast im Fernsehen. Ungewöhnlich offen ging es in der ARD Themenwoche „Leben mit dem Tod“ zu. Filme und Talkrunden, Reportagen und Berichte drehten sich um ein Thema, das häufig verdrängt wird. Die Beiträge näherten sich dem Sterben auf verschiedene Weise. Filme zeichneten einzelne Schicksale nach, fragten nach dem Umgang mit dem Sterben anderer und der eigenen Einstellung zum Tod. Es war schwer, in dieser Woche, dem Thema aus dem Weg zu gehen. Manchen Zeitgenossen war das zu viel. Sie waren schlicht genervt. Aber ich finde es gut, dass auf diese Weise das Thema präsent war. Denn auch das wurde deutlich: Der Tod gehört mitten ins Leben. Er ist immer Teil unseres Lebens. Verdrängen hilft nicht.
In unseren Kirchen haben wir am vergangenen Sonntag der Verstorbenen des letzten Jahres gedacht. Ein wichtiger Bestandteil unserer Kultur ist, dass wir nicht vergessen, was und wer vor uns war. Die Namen der Toten sind nicht vergessen. Die Erinnerung an sie ist oft mit Schmerz verbunden. Aber in diesen Schmerz hinein haben wir auch auf Gottes Versprechen gehört: „Wir gehören zu Gott im Leben und im Tod.“
Morgen beginnt mit der Adventszeit ein Weg hin zur Feier der Geburt von Jesus Christus. Symbolisch entzünden wir an jedem Sonntag ein Licht mehr am Adventskranz. Aus der Dunkelheit geht es dem Licht entgegen.
So sind auch die Toten nicht vergessen im Dunkel. Sie werden gehalten in Gottes Licht. Das ist der Trost, der aus dem Evangelium, der Guten Nachricht Gottes spricht. Aus diesem Trost heraus kann ich meine Sterblichkeit annehmen. Ohne Angst den Tod im Leben (zu)lassen – das hilft allen, die von ihm betroffen sind. Und das ist schließlich jede und jeder!

Karl Ludwig Schmidt, Pastor