„Immer schneller wird zugeschlagen“

Grund zur Freude haben Kommissariatsleiter Andreas Alder (links) und Rüdiger Vieglahn, Leiter des Kriminal- und Ermittlungsdienstes, beim Blick auf die positive Aufklärungsquote. (Foto: G. Gosewisch)

Polizei präsentiert Kriminalstatistik, hohe Aufklärungsquote

Langenhagen (gg). Mit 4.687 Straftaten beschäftigten sich die Polizisten des hiesigen Kommissariats im vergangenen Jahr. Zu dieser Zahl aus der nun veröffentlichten polizeilichen Kriminalstatistik gehört die Relation zu den Vorjahren, und die lässt aufhorchen: Ein deutlicher Anstieg um rund 400 Fälle ist zu verzeichnen.
Die Aufklärungsquote liegt mit fast 60 Prozent auffallend hoch. Sie machte mit einem Plus von fünf Prozent einen Sprung nach oben im Vergleich zum Vorjahr. „Beachtlich ist der Anstieg der Körperverletzungen“, sagt Rüdiger Vieglahn, Leiter des Kriminal- und Ermittlungsdienstes (KED). Vorsätzliche, gefährliche und sonstige summieren sich auf 468 Körperverletzungen gesamt im vergangenen Jahr. Das sind 160 Fälle mehr als im Vorjahr. „Es gibt aber keine Brennpunkte. Die Vorfälle sind über das gesamte Stadtgebiet verteilt“, sagt der KED-Leiter. Verdoppelt haben sich die Fälle häuslicher Gewalt, darunter gefährliche und schwere Körperverletzungen. Zwar werden die Taten zu knapp 80 Prozent von Männern begangen, doch unter den 304 Opfern sind 123 Frauen und 181 Männer. Zu den Gründen dazu vermutet Kommissariatsleiter Andreas Alder: „Immer schneller wird zugeschlagen - vielleicht auch, weil viele nicht in der Lage sind, sich mit Worten zu wehren. Sich mit Sprache zu verständigen wird wohl schwieriger.“
Bei circa 20 Prozent der Tatverdächtigen wurde eine Alkoholbeeinflussung erfasst. Gleichbleibend hoch im Vergleich zu den Vorjahren ist die Zahl zum Delikt Diebstahl (1.734 Fälle), ebenso die Anzahl Wohnungseinbrüche (147 Fälle). Unauffällig in der Anzahl der Delikte bleiben auch die Kategorien Raub oder räuberischer Diebstahl. Viel Arbeit haben die Polizisten mit den Fällen von Diebstahl an Kraftfahrzeugen. Distanzgeräte, Airbags oder Navigationsgeräte liegen ganz hoch im Trend, werden aus geparkten Autos fix ausgebaut und geklaut.
Unter den ermittelten Tätern hatten 308 einen deutschen Pass, 162 hatten Pässe anderer Nationen. Keine Auffälligkeiten in den Fallzahlen gibt es nach Auskunft von Andreas Alder in Bezug auf die Zugezogenen, die als Flüchtlinge (ohne Aufenthaltsstatus) in Langenhagen untergebracht sind. Er sagt: „Die dezentrale Unterbringung, die seitens der Stadtverwaltung organisiert wird, ist eine sehr gute Vorgehensweise.“ Präventionsmaßnahmen sollen intensiv weiter laufen. „Wir bleiben sehr wachsam im Streifendienst“, kündigt Andreas Alder an. Zu rechnen sei mit einem sehr konsequenten Eingreifen. Ein Beispiel sei das Auftreten in den Schulen. Das sei zwar sehr zeit- und personalaufwändig, aber „der richtige Weg“.