Impulse von Müntefering erwünscht

Patent und engagiert informierten Rosemarie Bahrke (links) und Christa Röder im Gespräch mit dem ECHO zum Jahresprogramm des Seniorenbeirates. (Foto: G. Gosewisch)

Ärger beiseite, Seniorenbeirat arbeitet weiter

Langenhagen (gg). Ein Kursus zur Auffrischung des Führerscheins, Kino-Besuche am Vormittag, Pétanque-Turnier oder Anleitung für die richtige Benutzung des Rollators: Der Seniorenbeirat macht mit vielfältigen Aktionen auf sich aufmerksam und pflegt eine enge Abstimmung mit dem städtischen Senioren-Büro. Die Mitglieder des Seniorenbeirats verstehen sich als Ansprechpartner für ältere Menschen, wollen bei Alltagsfragen beraten oder zuständige Stellen empfehlen. „Es soll weitergehen“, so die Ankündigung des Jahresprogramms von Christa Röder (Vorsitzende) und Rosemarie Bahrke (Beiratsmitglied) im Gespräch mit dem ECHO. Insgesamt gehe es um nichts Geringeres als die Wahrnehmung und Wertschätzung der älteren Generation in der Gesellschaft. Impulse liefere dazu eine Arbeitsgemeinschaft auf Bundesebene (BAGSO), zu der alle kommunalen Seniorenbeiräte gehören und die unter dem Vorsitz von Franz Müntefering steht. Der frühere Bundesminister (Arbeit und Soziales) setzt sich für Demografie-Gerechtigkeit ein.
Die Arbeit des Seniorenbeirates bewegt sich also zwischen Alltagskleinigkeiten und den gesellschaftlichen Herausforderungen ganz allgemein. Eine Spanne, die nach Auffassung von Christa Röder keine Anspannung aufkommen lässt. Als frühere Schulenburger Ortsbürgermeisterin weiß sie, wie der sprichwörtliche stete Tropfen den Stein höhlen kann, und so soll es auch mit der Wahrnehmung der Empfehlungen gehen, die der Seniorenbeirat an Ratsmitglieder (Politik) und Stadtverwaltung ausspricht. Ein Ärgernis sei in der Tat, dass der Seniorenbeirat bei ganz unterschiedlichen Gesprächsrunden ausgeschlossen worden sei. Ein Beispiel biete das Thema „Alternative Bestattungen“, eigentlich als Idee des Seniorenbeirates gewachsen und vor einigen Jahren mit einer Podiumsdiskussion im Ratssaal von großem Bürgerinteresse begleitet. Nun haben Vertreter der Gewerke (Bestatter und Steinmetze) gemeinsam mit der Stadtverwaltung das Heft in der Hand und zeichnen für Veränderungen verantwortlich. „Gut, dass neue Bestattungsangebote geschaffen werden. Aber dass wir außen vor sind, hat uns doch sehr gewundert“, sagt Christa Röder. Aber der Ärger werde beiseitegeschoben, sogar beim Paradethema „bezahlbarer Wohnraum“, bei dem der Seniorenbeirat bisher kein Gehör gefunden habe. Wichtig sei der Blick nach vorn, und da gehe es schon um so vermeintliche Kleinigkeiten wie die Kommunikation. Christa Röder, die sich in Sachen E-Mail eigentlich auskennt, erklärt: „Vielfach kommt Post von der Stadtverwaltung zu aktuellen Sitzungsdrucksachen bei mir gar nicht an. Auf elektronische Post will und kann ich nicht umstellen, das würde in der Verteilung unter den Beiratsmitgliedern nicht funktionieren.“