In der Kommunikation hakt es

Waren schwer gefordert: Karin Saremba und Roman Sickau.Fotos: O. Krebs

Langenhagen probt den Krisenfall, und keiner bekommt es mit

Langenhagen (ok). Ein Horrorszenario für die Stadt Langenhagen: Ein Flugzeug mit 19 Passagieren und vier Besatzungsmitgliedern und 11.700 Litern Kerosin an Bord hat am Sonnabend über der Autobahn 352 ein Triebwerk verloren, ist über dem Pferdemarkt abgestützt. Zum Glück ein Ereignis, das der Fantasie des Studenten Steffen Teuber von der Otto-von-Guericke-Universität in Magedeburg entsprungen ist. Teuber hat zu diesem Großschadensfall, der von der Zuständigkeit her auf kommunaler Ebene anzusiedeln ist, das Drehbuch im Rahmen seiner 350 Seiten starken Masterarbeit geschrieben. Gemerkt hat die Langenhagener Bevölkerung die Übung kaum, da es sich um eine so genannte Stabsrahmenübung gehandelt hat. Insgesamt 45 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter waren in der Einsatzstelle der Feuerwehr an der Konrad-Adenauer-
Straße, am Flughafen und im Rathaus, wo die Pressestelle eingerichtet war, gefordert. Eine Premiere für Langenhagen, denn so eng haben die Führungsstäbe von Flughafen, Polizei, Feuerwehr und Verwaltung bisher noch nicht zusammengearbeitet. Insgesamt zogen die Verantwortlichen eine positive Bilanz, die übergreifende Koordination bei dieser angespannten Lage habe geklapptr. Hier und da habe es in der Kommunikation aber durchaus noch gehakt – unter anderem, was die Versorgung der örtlichen Presse mit Informationen angeht. Eine Tatsache, die auch auf den unterschiedlichen Sprachgebrauch der einzelnen Organisationen zurückzuführen sei. In Zukunft müsse in diesem Zusammenhang noch an der Feinabstimmung gearbeitet, die Schnittmenge optimiert werden. Martin Altemöller, Leiter des Krisenstabs am Flughafen: "Die Kommunikationswege haben zwar im Großen und Ganzen geklappt, aber wir müssen für die Zukunft sehen, wo wir uns noch besser vernetzen können." Das Hausaufgabenheft werde sich in Zukunft sicher füllen. Altemöller betonte aber auch, dass es sich nicht um eine Showveranstaltung gehandelt habe, das gegenseitige Kennen lernen von großem Nutzen gewesen sei. Ziel muss es nach Auffassung aller Beteiligten sein, die Struktur des jeweils anderen kennen zu lernen und daran anzuknüpfen. Fazit: Das Schadensereignis hätte bewältigt werden können – sowohl auf der "Indianer"- als auch auf der "Häuptlings"-Ebene funktioniert das Krisenmanagement.