In Langenhagen geht es aber weiter

In der Paracelsus-Klinik in Langenhagen brennen die Lichter weiterhin. (Foto: O. Krebs)

Paracelsus-Kliniken im Insolvenzverfahren

Langenhagen. Die Paracelsus-Kliniken Deutschland GmbH & Co. KGaA mit Sitz in Osnabrück hat am Donenrstag, 21. Dezember, beim Amtsgericht Osnabrück einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt. "Dieser Schritt war notwendig, damit der Klinikverbund mit 40 Einrichtungen an 23 Standorten die Chancen einer nachhaltigen Sanierung im Interesse seiner Patienten, Mitarbeiter und Gläubiger nutzen kann", so die Pressemitteilung des Betriebs auf ECHO-Anfrage. Simone Hoffmann, Direktorin der Prarcelsus-Unternehmenskommunikation, betont ausdrücklich, dass der Standort Paracelsus-Klinik Langenhagen am Oertzeweg "von der Schließung nicht betroffen ist". Bereits beratend tätig seien im Insolvenzverfahren die beiden Restrukturierungs- und Sanierungsexperten Rechtsanwalt Andreas Ziegenhagen und Rechtsanwalt Daniel Fritz als Generalbevollmächtigte beraten. Ziel sei es, die Klinikgruppe durch eine nachhaltige Sanierung für die Herausforderungen des Gesundheitsmarktes aufzustellen und eine optimale Gesundheitsversorgung für Patienten sowie weiterhin gute moderne und sichere Arbeitsplätze für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter anzubieten.
Der Klinikbetrieb laufe an allen Standorten und in allen Abteilungen unverändert weiter. Die medizinische, therapeutische und pflegerische Versorgung sei uneingeschränkt gesichert. Betont wird in der Pressmitteilung, dass sich auch für die Mitarbeiter zunächst nichts ändert. Die Löhne und Gehälter der rund 5.200 Beschäftigten seien über das Insolvenzgeld gesichert.
„Die Entscheidung über die Eigenverwaltung ist ein starkes Signal des Gesellschafters. Wir sehen diesen Schritt als Chance. Eine Chance, die wir aus Verantwortung gegenüber den Patienten, den Mitarbeitern und auch aufgrund des Versorgungsauftrags, den die
Paracelsus-Kliniken in ihren Regionen haben, nutzen werden“, sagt Sanierungsexperte Ziegenhagen. Der eingeschlagene Weg der Sanierung in Eigenverwaltung ermöglicht der Klinikgruppe eine konsequente Restrukturierung und tragfähige Fortführungsperspektive in kurzer Zeit. In den nächsten Monaten wird die Eigenverwaltung gemeinsam mit dem Management an einem konkreten Sanierungsplan arbeiten und diesen konsequent umsetzen. Diesen Kurs unterstützt die Arbeitnehmervertretung ausdrücklich: „Wir werden den eingeschlagenen Weg in vollem Umfang und mit vollem Engagement unterstützen“, betont Gesamtbetriebsratsvorsitzende Sylvia Tausche. Der Sanierungsbedarf sei entstanden, so die Pressemitteilung, nachdem einzelne Standorte der Gruppe erhebliche Verluste geschrieben haben und dadurch die gesamte Klinikgruppe in finanzielle Schieflage geraten ist. Nun sollen im Zuge der Restrukturierung die defizitären Einrichtungen neu aufgestellt werden. Die Paracelsus-Kliniken zählen mit rund 40 Einrichtungen an insgesamt 23 Standorten zu den großen privaten Klinikträgern mit bundesweit 5.200 Mitarbeitern.