Inklusion an Schulen stockt

Die Schülervertretung mit Luisa Janßen (von links), Melanie Günther, Sarwat Younes, Timo Tils, Thea Hopfner, Ulrike Gropengießer, Kolja Drescher und Niklas Kleinwächter in der Diskussion zum Thema Inklusion. (Foto: G. Gosewisch)

Lehrerkompetenz wichtiger als bauliche Veränderung

Langenhagen (gg). „Hilfe ist dringend nötig!“ Mit diesem Appell wandte sich Gabriela Kawan, Leiterin der Friedrich-Ebert-Schule, an die Ratsmitglieder vor Ort. Der Schülerrat hatte zur Diskussion zum Thema Inklusion eingeladen. Zu Wort kamen seitens der Verwaltung Elke Thielmann-Dittert und Peter Kleinsorge und seitens der Politik Jean-Pierre Hühne (SPD), Gudrun Mennecke (SPD), Michael Horn (Grüne), Werner Knabe (BBL), sowie von der CDU Mirko Heuer, Gabriele Spier und Marco Zacharias. Der Schülervertretung mit Luisa Janßen, Melanie Günther, Sarwat Younes, Timo Tils, Thea Hopfner, Ulrike Gropengießer, Kolja Drescher und Niklas Kleinwächter (Brinker Schule, Gymnasium und IGS) ging es jedoch nicht um Parteipolitik oder den Verweis auf Zuständigkeit des Landes, sondern um die Lösung von aktuellen Problemen, die die Inklusion mit sich bringt. Schüler und Schülerinnen mit Behinderung, emotional oder körperlich, sollen in den Klassen lernen wie ihre Kameraden ohne Behinderung, bekommen aber keine besondere Förderung. „An nur zwei Wochenstunden kommt eine zusätzliche Fachkraft in den Unterricht, wir Lehrer fühlen uns hoffnungslos überfordert.“ Eine Ein-Tages-Fortbildung bietet die Stadtverwaltung in Kooperation mit der VHS in den nächsten Wochen an. Kleine bauliche Veränderungen hat die Verwaltung im vergangenen Jahr an verschiedenen Schulen durchgeführt, um für Rollstuhlfahrer einen barrierefreien Zugang zu ermöglichen. Auch das kostete schon einen fünfstelligen Betrag. Im Selbstversuch setzte sich Ratsherr Werner Knabe in einen Rollstuhl und probierte aus, wie weit er im Schulgebäude kommt. Probleme machte auch der Zugang zum WC, trotzdem es sogar ein extra Behinderten-WC in der Friedrich-Ebert-Schule gibt. Das ist jedoch immer verschlossen, ein Schlüssel muss auf langen Wegen mit Treppen vom Hausmeister geholt werden. Abhilfe wurde noch vor Ort beschlossen: Die Auswechslung des Schlosses für die Nutzung des sogenannten Euro-Schlüssels, denn den haben Behinderte universell nutzbar bei sich.