Iron-Man-Training in Godshorn

Auch zum Spielen mit Sohn Philip kommt Europameisterin Sandra Wallenhorst ins Godshorner Bad; Unterstützung bekommt sie hier von Stefan Otte. Foto: G. Gosewisch

Europameisterin Sandra Wallenhorst findet hier optimale Bedingungen

Godshorn (gg). Sie ist eine absolute Sympathieträgerin für den Leistungssport Triathlon – Sandra Wallenhorst aus Hannover gehört zur Weltspitze. Erst vor einer Woche hat sie zum zweiten Mal in Folge die Europameisterschaften gewonnen, das ist bisher keiner anderen Frau gelungen. Und schon richtet sie ihr Training auf die Teilnahme an der Weltmeisterschaft, dem „Iron Man“ in Hawai, aus, an dem sie bereits zwei Mal teilgenommen und mit fantastischen Platzierungen abgeschlossen hat: 2008 war es der dritte Platz und 2009 Platz acht.
Für ihr Schwimmtraining ist Sandra Wallenhorst Dauergast im Godshorner Bad. „Die Trainingsbedingungen hier sind optimal, so etwas gibt es sonst nicht“, erklärt sie. „Ich wohne in Kirchrode und fahre für das Schwimmtraining hierher. Das ist ganz schön weit, aber es lohnt sich. Das Wasser ist nicht zu warm, das ist für das Schwimmtraining ganz wichtig. Zusätzlich bekomme ich Unterstützung von der Schwimmbadleitung, von Stefan Otte.“
Freie Trainingszeiten und die Möglichkeit einer zugewiesenen Bahn im Becken sind Voraussetzung für das Triathlon-Training auf derart hohem Niveau, das weiß Stefan Otte und hat Verständnis für die Situation im Leistungssport. „Wir unterstützen Sandra hier gerne“, betont er. Als aktiver Wasserball-Spieler liegt ihm die Sportförderung als eine Hauptaufgabe des Bades am Herzen.
Sandra Wallenhorst nimmt gerne Kontakt zu anderen Sportlern auf und motiviert die Schwimmer: „Wir kennen uns in der Szene gut. Über Social Networks wie facebook werden Verabredungen getroffen. Gerne bringe ich Trainingskollegen mit, und wir tauschen unsere Erfahrungen im Leistungssport aus. Das gilt natürlich auch für die aktiven Schwimmer hier in Godshorn“, erklärt sie. Alleine ihr Trainingspensum beeindruckt: An jedem Tag der Woche trainiert sie jeweils mindestens acht Stunden. „Ruhetage mache ich nicht, das tut mir nicht gut“, erklärt sie mit einem Lächeln. „Mein Motor muss jeden Tag laufen. Nach Ruhetagen sind die Trainingstage danach nicht optimal.“ Sie strahlt mentale Stärke aus, gleichzeitig Leichtigkeit und ein heiteres Wesen, und es ist offensichtlich, dass junge, wettkampforientierte Schwimmer viel von ihr lernen können. Beispielhaft sind die noch frischen Erfahrungen von Sandra Wallenhorst aus der just gewonnenen Europameisterschaft: „Taktik spielt im Wettkampf eine große Rolle. Man muss die Stärken seiner Konkurrenten kennen, um eigene Stärken entsprechend auszuspielen.“
Sieg oder Niederlage entschieden sich für sie auf den letzten Kilometern der Laufstrecke. Ihr Ziel war es, bei der Schwimm- und Radstrecke zeitlich im Bereich der Bestplatzierten zu bleiben. Aus ihrem Training wusste sie, dass sie die Marathonstrecke mit einer Zeit von zwei Stunden und 58 Minuten laufen kann – und es gelang ihr, genau diese Spitzenleistung im Wettkampf abzurufen. „Es war der absolute Wille, zu zeigen, was man kann“, so ihr Rückblick. Am Ende waren es genau drei Stunden, die sie für die Marathonstrecke bei der Europameisterschaft brauchte. An diese Zeit kam keine andere Läuferin heran.