Irrfahrten der Osteuropäer gezählt

Flughafen-Schranke soll endlich Wirkung zeigen

Engelbostel (gg). Sein wasserfallartiges Monologisieren beeindruckte nicht: Michael Hesse, Prokurist der Flughafen GmbH, analysierte in der jüngsten Ortsratssitzung wortgewaltig Engelbostels Schwerlastverkehr. Anwohner hatten sich beschwert und der Ortsrat hatte um Auskunft gebeten, warum die Westschranke den unberechtigten Schwerlastverkehr zum Flughafen nicht aufhält. Außer dem berechtigten Verkehr, mit betriebseigenen Dienst- und Kontrollfahrten oder der Nutzung durch die Bundespolizei, seien vom Sicherheitsdienst in vier Wochen zwei verirrte Unberechtigte registriert worden. Die dürfen nach Ermahnung weiterfahren, weil ein Umdrehen ohne Wendeplatte nicht geht und der Rückwärtsverkehr die Anwohner auch wieder belasten würde. Michael Hesse versicherte inständig, dass die umfänglichen Verkehrszählungen die Realität aufzeigen. An allen Zu- und Abfahrten rund um das Flughafengelände (20 Kontrollpunkte) sei in 24 Stunden mit rund 7.000 LKW-Bewegungen zu rechnen.
„Sorry, wir selber müssen da schon durch“, sagte er in Bezug auf Lärmbelastung in der Heidestraße, die Zuwegung zur Westschranke. Die Anwohner haben nach eigenen Zählungen und Gesprächen mit den LKW-Fahrern jedoch eine ganz andere Wahrnehmung zu den Falschfahrern. Mit konstruktiven Hinweisen beeindruckte Carsten Möllmann. „Ich bin berufstätig, kann nicht rund um die Uhr zählen, will ich auch nicht, aber ich bin schon vielen Lastern hinterhergefahren, habe die Fahrer angesprochen. Es sind definitiv mehr als zwei Unberechtigte in vier Wochen“, sagte er als Anwohner. Statt der Navigationsgeräte nutzen viele osteuropäische Fahrer Apps, die sich aus registrierten Verkehrsbewegungen aktualisieren. „Wenn ein Brummi durch die Heidestraße fährt, schickt die App den nächsten Fahrer auch da lang, so wird das Problem immer schlimmer“, sagte er. Diesen neuen Hinweis nahm Michael Hesse gern auf, will dort tätig werden, was bei klassischen Navigationsdiensten für die Registrierung der verlängerten Heidestraße als Sackgasse schon geschehen sei. „Keine Chance haben die Osteuropäer, wenn sie von der Autobahn kommen und zum Flughafen wollen, weil die Beschilderung völlig unzureichend ist“, ergänzte Carsten Möllmann. „Da liegt die Verbesserung in der Verantwortung des Landesamtes. Da müssen wir Kontakt aufnehmen“, sagte Ortsbürgermeisterin Gudrun Mennecke. Sie erinnerte daran, dass Engelbostels Straßen, bis auf eine Ausnahme an der Resser Straße, für den Schwerlastverkehr gesperrt seien. „Kein LKW schwebt vor die Schranke“, sagte Michael Hesse und riet zu allgemeinen Verkehrskontrollen, um die unberechtigten Schwerlaster in Engelbostel von der Polizei ahnden zu lassen.