„Ja“ oft leichter als „Nein“

Interaktion ist beim Theaterprojekt auch gefragt.Foto: O. Krebs

Projekt gegen sexuellen Missbrauch an Kaltenweider Grundschule

Kaltenweide (ok). „Ja“ zu sagen ist oft leichter als „Nein“ zu sagen, und doch kann es in vielen Situationen gar keine Alternative für Mädchen und Jungen geben, als sich lautstark zur Wehr zu setzen. Die Grenze ist bei körperlichen Übergriffen überschritten, den „mein Körper gehört mir“. Frouwa Kebschull und Cord Gerdes von der thaterpädagogischen Werkstatt Osnabrück sind jetzt an drei Tagen an der Grundschule Kaltenweide, spielen den Kindern Alltagssituationen zum Thema „sexueller Missbrauch“ vor und konfrontieren sie mit Situtionen, die Jeden oder Jede von ihnen treffen kann – sei es nun mit dem guten Freund, dem Nachbarn oder auch einem Familienmitglied, das körperlich zu nahe kommt. Anschließend wird über die Situation gesprochen; die Analyse soll den Kindern helfen, Alltagsbegegnungen besser einzuordnen und im entscheidenden Moment lautstark die Meinung kundzutun. Denn: Vor vielen anderen Leuten bloßgestellt zu werden, ist einem möglichen Triebtäter natürlich peinlich und treibt ihn relativ schnell in die Flucht. Schulleiterin Eva-Maria Kreikmann: „Die Kinder sollen sensibilisiert werden und lernen, intuitiv das Richtige zu machen.“ Sie ist begeistert von dem Projekt, überlegt es auf die dritten Klassen auszudehnen.
In den ersten Klassen ist jetzt übrigens dasProjekt „Klasse 2000“ an den Start gegangen. Eltern und Kinder lernen schon früh, was sie für ihre Gesundheit tun können und wie Süchte und Abhängigkeiten vermieden werden. Der Lions Club hat das Projekt initiiert, die Identifikationsfigur Kalro sol den Kids auf ihrem Weg helfen. Klassenlehrerin Kornelia Roselieb: „Ganz wichtig ist vor allen Dingen, dass die Kinder nicht nur von uns geliebt und anerkannt werden, sondern auch lernen, sich selbst wahrzunehmen.“