„Jeder kann ernten, was er braucht“

Öffentlicher Blumen- und Gemüsegarten entsteht

Kaltenweide (gg). Gemüse, Gewürze und Blumen in einem Gemeinschaftsgarten anpflanzen, und jeder kann ernten, was er braucht. Ortsbürgermeister Wolfgang Langrehr will diese unkonventionelle Idee in einem Garten-Projekt in Kaltenweide real werden lassen und ist damit schon fast am ersten Spatenstich angekommen, denn in den vergangenen Monaten ist ihm viel in der Vorbereitung gelungen. So hat er bei der Region Hannover Fördermittel beantragt und nun zugesagt bekommen. 3.700 Euro stehen für das Projekt zur Verfügung, weil es dem Konzept nach ein Arbeits- und Kulturprojekt ist, an dem Anwohner, Menschen mit Vorbehalten, Migranten, Flüchtlinge, Familien und Kinder teilnehmen dürfen. Dazu soll durch die gemeinsame Arbeit beim Anlegen und Pflegen eines öffentlichen Blumen- und Gemüsegartens das Miteinander gefördert werden. „Der Ertrag des Gartens für jedermann nutzbar sein. Egal, ob er mitgearbeitet hat oder nicht“, erklärt Wolfgang Langrehr im Gespräch mit dem ECHO. Das sei ihm wichtig. Ziel des Projekts ist es, Ängste und Vorbehalte der Menschen untereinander (mit Einbeziehung der neu Zugezogenen) zu minimieren. Bei der Stadtverwaltung hat er die Freigabe einer städtischen Fläche verhandelt. Ein Pachtvertrag für ein Stück Land am IKEP ist in Vorbereitung.
Möglich sei die Umsetzung des Projekts, so Wolfgang Langrehr, weil er verlässliche Unterstützung beim Verein „Bürger für Kaltenweide (BfK)“ bekommen habe. „Einige Mitglieder werden sich um die Instandhaltung des Gartens dauerhaft kümmern, alleine könnte ich das nicht schaffen“, sagt der Ortsbürgermeister. Noch in diesem Herbst soll die Fläche maschinell umgepflügt werden, Senfsaat soll aufgehen, um den Boden für das nächste Frühjahr vorzubereiten. Was dann noch passiert? „Ein Versuch macht klug“, sagt Wolfgang Langrehr. Reagieren müsse man halt, falls Probleme (Vandalismus) entstehen. Er ist zuversichtlich und ergänzt: „Viele sind schon heiß drauf, dass es losgeht, wollen helfen und wer weiß, vielleicht können wir von den Zugezogenen beim Gartenbau noch lernen.“