"Jeder kann sich auf den Anderen verlassen"

Brachte sich beim Truppmann-I-Lehrgang voll ein: Bürgermeister Mirko Heuer (Bildmitte). (Foto: D. Lange)

Bürgermeister absolviert Truppmann-I-Lehrgang bei der Freiwilligen Feuerwehr

Langenhagen (dl). Mit dem Truppmann-I-Lehrgang beginnt gewissermaßen das Feuerwehr-Dasein. In den ersten drei Monaten des Jahres treten die neu ernannten Feuerwehrleute aus allen Ortsteilen zu ihrem Grundlehrgang an, eben Truppmann I genannt. Darin werden theoretische und praktische Grundkenntnisse der Feuerwehr vermittelt einschließlich eines Erste-Hilfe-Kurses. Auf dem Stundenplan stehen zunächst theoretische Unterrichtseinheiten über mögliche Gefahren am Einsatzort, über die Entstehung von Bränden und wie sie gelöscht werden können sowie Unterrichtstunden in Fahrzeug- und Gerätekunde. Im praktischen Teil wird der Aufbau und Ablauf eines normalen Löschangriffs mit entsprechender Wasserversorgung aus Hydranten oder Gewässern trainiert, das Aufstellen von tragbaren Leitern, Verkehrssicherungsmaßnahmen sowie eine Knotenkunde, um sich oder Geräte zu sichern. Fünf Wochen dauert diese Grundausbildung mit insgesamt 70 Unterrichtsstunden an drei Tagen in der Woche. Zum Abschluss werden die Teilnehmer auf ihren Wissenstand geprüft und müssen dabei mindestens acht Punkte erreichen, um am weiterführenden Truppmann-II-Lehrgang teilnehmen zu können. Prominentester Teilnehmer der 14-köpfigen Lehrgangsgruppe war in diesem Jahr Langenhagens Bürgermeister Mirko Heuer. Sieben der Teilnehmer kamen aus den Jugendfeuerwehren und sechs waren sogenannte Quereinsteiger, die zuvor noch keinen Bezug zur Feuerwehr hatten. Heuers Bezug zur Feuerwehr kann zwar schon von Berufs wegen vorausgesetzt werden, allerdings weniger auf der praktischen Ebene. Um das zu ändern, gab sich Heuer das volle Programm und nahm am fünfwöchigen Grundlehrkursus Truppmamm I teil. Dabei lernte er außer den Grundfertigkeiten des Feuerwehrhandwerks auch einiges über die Innenansichten und das Selbstverständnis der freiwilligen Feuerwehr in seiner Stadt. Gefragt nach seinen Eindrücken geriet Heuer geradezu ins Schwärmen. „Meine stärkste Erfahrung neben dem Zusammengehörigkeitsgefühl, das schon nach kurzer Zeit in der Gruppe entstand, war es zu erleben, wie alle für ein Ziel arbeiteten. Alle arbeiten zusammen und jeder kann sich auf den Anderen verlassen. Das findet man im normalen Arbeitsleben eher selten“. Heuer lobt auch die Ausbilder. „Sie vermitteln den Lehrgangsteilnehmern ein Gefühl der Sicherheit, wie es auch zum Grundverständnis einer Feuerwehr gehört. Im Einsatz immer Herr der Lage sein, Schäden minimieren und den Betroffenen vor Ort Sicherheit zu geben.“ Die Feuerwehr spricht in diesem Zusammenhang von ihren Kunden. Damit versteht sie sich in gewisser Hinsicht auch als Dienstleister. Kein Zweifel, Heuer ist auf den Geschmack gekommen und denkt bereits über den Truppmann-II-Lehrgang nach. Bliebe nur noch zu klären, inwieweit sich die dann notwendige Teilnahme an realen Einsätzen als kompatibel mit seinem Terminkalender erweist.