Jetzt fliegt er wieder…

Männlicher Feld-Maikäfer (Melolontha melolontha)Foto: M. Mettler (Foto: Michael Mettler)

Volkstümlich, aber selten geworden: Der Maikäfer

Langenhagen (me). Früher waren Maikäfer wegen ihres saisonal massenhaften Auftretens Allerweltstiere. Heute werden sogar ihre Nachbildungen aus Schokolade immer seltener gesichtet und Exemplare des Originals als Sehenswürdigkeiten in Zoos ausgestellt. Der Fund eines Maikäfers hat es deshalb zu einer beliebten jährlichen Kurzmeldung in Lokalzeitungen gebracht, und dieser lieb gewonnenen Tradition soll hier Folge geleistet werden: Immerhin hatte sich der abgebildete Käfer die Mühe gemacht, wenige Zentimeter neben der Türklingel eines ECHO-Mitarbeiters auf seine Entdeckung zu warten. Zu voller Schönheit entfaltete er sich allerdings erst nach dem Umsetzen ins Grüne zwecks Fototermins.
„Käfer“ im Sinne eines „ausgewachsenen“, geschlechtsreifen Insekts ist in Bezug auf den Maikäfer eigentlich nur die Beschreibung eines flüchtigen Zustands. Die meiste Zeit seines Lebens, nämlich durchschnittlich vier Jahre, verbringt er als Wurzeln fressende, raupenähnliche Larve (genannt Engerling) in humosem Boden. Während einer Verpuppung entwickelt sich dann daraus der eigentliche, nur noch für wenige Wochen lebende Käfer. Dessen kurzes Erwachsenendasein dient hauptsächlich der Fortpflanzung.
Dem menschlichen Wunschbild der ewigen Jugend kommt der Maikäfer-Lebenszyklus somit schon ziemlich nahe. Aber ist das wirklich erstrebenswert, wenn die kurze Zeit nach dem Erwachsenwerden nur noch mit Essen, Familienplanung und Presseterminen vollgestopft ist…?