Jim Knopf und Mama Muh

Unnachahmlich: Gesine Saft und die Kinder der DRK-Kita.Fotos: D. Lange
 
Siren, Erik, Antonia und Enrique aus den Klassen 3a und 3b lesen ihren Patenkindern aus der Kita vor: Julia, Jule und Marie.

Vorlesekultur in Kita und Schule fördern

Langenhagen (dl). Vor 50 Jahren hat Michael Ende seinen Kinderbuchklassiker „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“veröffentlicht. Zwei Jahre später erschien die Fortsetzung mit dem Titel „ im Knopf und die wilde 13“. Willkommener Anlass also für die Grundschule Krähenwinkel, sich ausführlich im Rahmen des bundesweiten Vorlesetages mit den beiden Büchern zu beschäftigen. Dabei lesen nicht nur die größeren Kinder den Kleinen etwas vor, auch die „Lese-Uhus“, Seniorinnen aus Krähenwinkel, haben nach wie vor eine große Freude daran, den Kindern einige Kapitel aus den Jim-Knopf-Büchern vorzulesen. Oda Wermter, Renate Haste und Ingrid Wolter sprudelten geradezu über vor Begeisterung: „ Das macht so viel Spaß, den Kindern vorzulesen und mit ihnen über die Bücher zu sprechen. Sie bringen sich Decken, Kissen und ein Kuscheltier mit, machen es sich im Raum gemütlich und hören gebannt zu. Es ist fast so, als wir noch unseren eigenen Enkeln vorgelesen haben. Und vor allem, man bekommt so viel von den Kindern zurück.“
Einige Schüler aus den dritten Klassen der Grundschule übernehmen traditionell eine Patenschaft für diejenigen älteren Kinder in der benachbarten Kita, die als nächstes in die Schule kommen und die sie bis zu deren erstem Schuljahr ein wenig unter ihre Fittiche nehmen. So auch am Vorlesetag, indem sie ihren Patenkindern von Jim Knopf, Lukas und Emma, der Lokomotive vorlesen. Die Abenteuer von Jim, Lukas und der wilden 13 auf der Insel Lummerland lernen die Kinder in einem Theaterstück kennen mit König Alfons, dem Viertelvorzwölften und dem Meerfräulein Sursulapitschi. In diesem Stück dürfen die Kinder sogar selbst mitspielen, weil die beiden Schauspieler ja schließlich nicht alle handelnden Personen gleichzeitig darstellen können. Jedenfalls wurde viel gelacht und alle hatten ihren Spaß, die Akteure auf der Bühne und erst recht die Zuschauer.
Auch in einer anderen Kindertagesstätte wurde aus aktuellem Anlass vorgelesen, und zwar in der Kita „ Eentje Rummert“ des DRK in der Leibnizstraße. Dort kommt seit zwei Jahren Gesine Saft vom DRK-Ortsverein Langenhagen, die es versteht, den Kindern in ihrer unnachahmlichen Art gleichermaßen unterhaltsam wie ausdrucksstark vorzulesen. Die Kinder hatten sich dazu das Buch „ Mama Muh räumt auf“ ausgesucht. Sie stellten Fragen zum Text und ließen sich die Bilder zeigen. Die Kita ist derzeit dabei, eine Bibliothek aufzubauen, um sowohl den Kindern als auch den Eltern die Möglichkeit zu geben, Bücher auszuleihen, die die Eltern ihren Kindern zuhause vorlesen können. Andrea Korzinowski ist Erzieherin in der Kita, und sie betreut die Bibliothek. „ Indem die Kinder sich Bücher ausleihen, lernen sie gleichzeitig, Verantwortung dafür zu entwickeln. Außerdem möchten wir damit auch eine Vorlesekultur bei den Eltern fördern und sie dazu ermuntern, ihren Kindern öfters vorzulesen, denn die Kinder lernen dabei, sich über einen längeren Zeitraum zu konzentrieren und zuzuhören. Sie können dabei ihre Phantasie entwickeln und werden neugierig, bald selbst lesen zu lernen." Mit dem Erlös des letzten Flohmarkts hat die Kita ihren Bücherbestand aufgestockt und die Regale dazu hat uns der Ortsverein gespendet. Darüber hinaus gibt es jetzt eine Spielothek, in der künftig auch Spiele ausgeliehen werden können. "Wir sind aber auch weiterhin dankbar für alle Bücher- und Geldspenden, denn wir haben 90 Kinder in der Kita und besonders die beliebteren Bücher sind natürlich schneller verschlissen als andere und müssen bald ersetzt werden", sagt Andrea Korzinowski.