Joachim Brandt empfiehlt Veränderungen

Ausgezeichnet mit den Ehrennadeln in Silber und Gold für besondere Verdienste wurde bei der Delegiertenversammlung des Kreisschützenverbands im Gasthaus Bludau in Wennebostel. (Foto: D. Lange)

Delegiertenversammlung des Kreisschützenverbands

Wennebostel (dl). Der große Saal im Gasthaus Bludau war bis auf den letzten Platz gefüllt beim Fahneneinmarsch der Schützenvereine, ohne den die Delegiertenversammlung des Kreisschützenverbands Wedemark-Langenhagen nicht denkbar wäre. Die Pflege von Tradition und Brauchtum steht ja in den Schützenvereinen bekanntlich seit allen Zeiten an vorderster Stelle. Ob man aber so weit gehen kann, wie Editha Westmann, Landtagsabgeordnete der CDU in ihrem nicht ganz ernstgemeinten Vorschlag zur Lösung aktueller Nachwuchsprobleme, ist zumindest fraglich. Sie wies in ihrer Begrüßung darauf hin, dass die Schützenkönige im Mittelalter hoch angesehen und für ein Jahr von der Steuerpflicht befreit waren. Da rüttelten die Worte des Vorsitzenden des Regionssportbundes, Joachim Brandt, schon eher am Selbstverständnis der Schützenvereine. Er zitierte dazu aus seiner Rede zur Delegiertenversammlung von 1998 und rechnete den Delegierten die Mitgliederverluste seit damals vor, deren Ursachen, so Brandt, in einem allzu starren Festhalten an den Traditionen zu finden seien. Veränderungen seien notwendig, die Vereine müssten sich öffnen für Neues, denn die Brauchtumspflege allein sei auf Dauer nicht zukunftsfähig. Worte, die wohl eher auf ein geteiltes Echo bei den Delegierten im Saal stießen, obwohl sich die Vereine des Stellenwerts einer effektiven Jugendarbeit weitgehend bewusst sind. Dem konnte sich offenbar auch die Flughafenverwaltung nicht entziehen. Eine Spende des Airports an den Kreisverband geht an die Jugendabteilungen der Schützenvereine Kaltenweide und Schulenburg. Letzterer ist zugleich der Verein im Kreisverband mit dem größten Mitgliederzuwachs im vergangenen Jahr. Dafür darf man sich dort für ein Jahr lang den großen Adler des Kreisverbands in die Vitrine stellen. Ebenfalls vom SSV Schulenburg kommt Melanie Rosenthal mit dem besten Ergebnis in der Disziplin Luftgewehr Freihand beim Kreisfestschießen mit 383 Ringen. Das Grüne Band für Vereine Luftgewehr Auflage sicherte sich der SV Vinnhorst vor der SG Bissendorf und dem SV Elze. In der Disziplin Luftgewehr Freihand lautet die Reihenfolge SV Germania Heitlingen vor SG Bissendorf und SV Elze. Das Grüne Band Luftpistole gewannen fast schon erwartungsgemäß die Mannschaften des SV Kaltenweide 1 + 2 vor der SG Bissendorf. Darüber hinaus wurden Ehrennadeln, auch das eine langjährige Tradition, vom Kreisschützenverband sowie vom Niedersächsischen Schützenverband in Bronze, Silber und Gold an Mitglieder für „besondere Verdienste um das Schützenwesen“ verliehen. Für den Vorstand des KSV wurden sowohl die Kreisoberschützenmeisterin Birgit Gräfenkämper sowie Kreisschützenmeister Michael Freiberg im Amt bestätigt. Neu hinzu gekommen ist die Kreisschützenmeisterin Christiane Böttcher. Ebenfalls wieder gewählt wurde Hans-Otto Härtel als Kreisschatzmeister.