Jubel- Marsch uraufgeführt

Die Langenhagener Symphoniker gaben das Neujahrskonzert im Theater am Aegi.

Gelungenes Konzert für den guten Zweck

Langenhagen. Traditionell mit dem Thema aus Beethovens 9. Sinfonie „Freude schöner Götterfunken“ eröffnete Ernst Müller, Musikdirektor der Langenhagener Symphoniker, mit dem Hausorchester des Prinzen von Hannover das Neujahrskonzert 2017 im sehr gut besuchten Theater am Aegi.
Ernst Müller versprach ein außergewöhnliches Neujahrskonzert. Dieses Versprechen wurde eingehalten. Niedersächsische Musik, wie „Heidschnucken -Polka“, sowie Lieder und Tänze aus der Lüneburger Heide wurden präsentiert, ebenso traditionelle niedersächsische Stücke wie „Der lustige Hannoveraner“, „Auf der Lüneburger Heide“ und natürlich das „Niedersachsenlied“. Mit dem „Sparschweinchen-Walzer“ wurde das Stück wieder auf die Bühne gebracht, welches zur ersten Plattenaufnahme Ernst Müllers wurde. Initiiert wurde dies damals durch Herbert Schmalstieg, seinerzeit Leiter der Werbeabteilung der Stadtsparkasse.
Ein Höhepunkt niedersächsischer Musik war die Uraufführung des „Jubel Marsch“. Komponiert vom späteren hannoverschen König Georg V, anlässlich der Krönung seines Vaters, König Ernst August I von Hannover. Als Hofkapellmeister wurde Ernst Müller Zutritt zum niedersächsischen Staatsarchiv gewährt, in denen die etwa 200 Kompositionen Georg V aufbewahrt werden. Das ursprünglich für 14 Fagotte geschriebene Stück wurde von Klaus Tippenhauer und Ernst Müller in neuer Instrumentierung für Blasorchester bearbeitet.
Zum Gelingen des Konzertes trugen auch die Gäste und Solisten des Orchesters bei.
Der Canora Chor Hagen Neustadt, unter der Leitung von Frank Hahn, bewies sein Können mit der französischen Weise „Tourdion“ ebenso wie mit dem Gospel „This little light of mine“ oder Pop Titel wie „Can’t help falling in love“ von Elvis Presley und „Barbara Ann“ von den Beach Boys. Für Gänsehautmoment sorgte der Chor mit dem sehr einfühlsam vorgetragenem „Hallelujah“ von Leonhard Cohen.
In Bestform zeigte sich auch wieder Kammersänger Hans Dieter Bader als er mit großer Stimme das „Wolgalied“ von Franz Lehar, das „Chianti- Lied“ von Gerhard Winkler und „So leb dein Leben“ von Paul Anka intonierte.
In bester Spiellaune erlebten die zahlreichen Zuhörer auch die Solisten des Orchesters. Alexander Raizer an der Trompete entführte das Publikum mit der Swing Version des 50er- Jahre- Schlagers „Come back to Sorrento“ nach Italien.
Claus Broecker am Flügelhorn erinnerte mit dem „Pony- Lied“ und „Oh mein Papa“ gefühlvoll an Paul Burkhards Singspiel „Das Feuerwerk“.
Und Martin Williams unterstrich mit dem „Concertino für Alt-Saxophon“ von Hans Kolditz seine Klasse am Saxophon.
Für die Überraschung des Abends sorgte Gastronom und Hobby- Dirigent Dietmar Althof. Schmissig dirigierte er das Orchester mit dem Traditions-Marsch aus dem Herzen Hannovers „Treffpunkt Kröpcke“. Und schließlich auch das Publikum mit dem „Radetzky- Marsch“, der auf keinem Neujahrskonzert fehlen darf.
Abgerundet wurde das Programm mit Werken von Guiseppe Verdi und Jaques Offenbach, sowie Melodien aus „My fair Lady“ und von Glenn Miller oder auch Bert Kaempfert.
Detlef Leonenko führte unterhaltsam und informativ durch das zweistündige Programm, welches vom Publikum mit viel Applaus und am Ende mit stehender Ovation die Akteure erst nach Zugaben von der Bühne lies.
Ein rundum gelungener Abend, der mithilfe des Publikums auch ein erfolgreicher Abend für die HAZ Weihnachtshilfe wurde.