Jugend in der Kirche betreut

Kreisjugendwart Werner Bürgel, hier in seinem Büro im Haus der Jugend, hat für den nahenden Ruhestand schon Pläne, wird sich weiterhin für die Unterstützung der Jugend engagieren. (Foto: D. Lange)

Werner Bürgel geht in den Ruhestand

Langenhagen (dl). Seit 22 Jahren ist, oder vielmehr, war Werner Bürgel als Kirchenkreisjugendwart mit seinem Team zuständig für die Kinder- und Jugendarbeit im Kirchenkreis. Zuvor war er, interessante Analogie, ebenfalls 22 Jahre lang als Gemeindediakon in der Elisabeth-Gemeinde tätig. Dabei kam Werner Bürgel 1974 mehr durch Zufall nach Langenhagen. „Nach meiner Ausbildung zum Diakon am Stephansstift wollte ich eigentlich im Jugendzentrum Kleefeld bleiben, sagte er, „aber man wollte mich nicht. Da traf es sich gut, dass in Langenhagen gerade ein Gemeindediakon gesucht wurde“. Im Verlauf seiner Ausbildung hatte Werner Bürgel bereits Praktika im Altenheim und in einem Erziehungsheim absolviert und stellte fest, dass seine berufliche Zukunft eher in der Jugendarbeit liegt. Für ihn als Berufsanfänger sei die Zeit in der Elisabeth-Gemeinde am Anfang nicht leicht gewesen, angesichts der auch menschlich schwierigen Zusammenarbeit mit dem Kirchenvorstand und dem damaligen Superintendenten Wolfgang Böhme, Kirchenkreis Hannover-Nord. Und sie wurde auch nicht besser durch die kleinen Theaterstücke, die Werner Bürgel mit den Jugendlichen für die Heiligabend-Gottesdienste einstudierte. Die gesellschaftskritischen Inhalte des Anspiels stießen bei den Kirchenvorstehern regelmäßig auf wenig Gegenliebe, sodass Werner Bürgel mehr als einmal gezwungen war, vermittelnd einzugreifen. „Verbiegen ließen wir uns aber auch nicht. Die Jugendlichen haben allen Zensurversuchen widerstanden, andernfalls hätten sie eben nicht mehr gespielt“. Für ihn sei die Arbeit in der Elisabeth-Gemeinde prägend gewesen. „Wir haben unter anderem den Konfirmandenunterricht gestaltet und zusammen mit dem Kindergarten die Kinderbibeltage organisiert.“ Nicht weniger prägend, aber auch eine Herausforderung sei sein Wechsel im Jahr 1996 in den Kirchenkreisjugenddienst im Haus der Jugend am Langenforther Platz gewesen. „Der Wechsel zum Kirchenkreis eröffnete mir ganz neue Sichtweisen, einmal auf die Gemeinden des Kirchenkreises, aber auch auf die Verbandsarbeit wie der Evangelischen Jugend. Ab 1997 war ich dort zuständig für die Jugendverbandsarbeit mit den Schwerpunkten Stadt- und Regionsjugendring“. Neben projektbezogenen Angeboten für Kinder und Jugendliche gehörten die Sommerfreizeiten, die Jugendgottesdienste, der Heiligabendgottesdienst unter freiem Himmel im Stadtwald gemeinsam mit den christlichen Pfadfindern und nicht zu vergessen die Juleica-Ausbildung zu seinen Aufgabengebieten im Kirchenkreis. Vor dem Hintergrund von 44 Jahren Erfahrung sieht Werner Bürgel den Wandel in der Kinder- und Jugendarbeit auf der Grundlage gesellschaftlicher Veränderungen. „Es hat immer schon verschiedene Strömungen gegeben in der Jugend. Die Wahrnehmung von Politik und politisches Interesse allgemein oder auch gruppendynamische Prozesse, all das ändert sich und damit wandelt sich auch die Jugendarbeit“. Ein wesentliches Merkmal der evangelischen Jugendarbeit sei es, dass sich die Kinder und Jugendlichen auf breiter Basis in unterschiedlichen Bereichen engagieren und mit ihren individuellen Fähigkeiten einbringen können, ohne Leistungsdruck. So spielt der kreative Moment, insbesondere im medialen Bereich derzeit eine große Rolle. Zum anderen entwickelten die Jugendlichen angesichts der Flüchtlingssituation ein wachsendes politisches Interesse und engagieren sich verstärkt in der Flüchtlingshilfe. Nach seiner Pensionierung wird es Werner Bürgel keineswegs langweilig. „In den Bereichen Inklusion und Jugendverbandsarbeit und vor allem für das Kindeswohl werde ich mich auch weiterhin engagieren, wenn auch ehrenamtlich.“ Außerdem will er wieder für den Vorsitz im Regionsjugendring kandidieren. Zuerst aber steht im Rahmen eines Gottesdienstes am 25. Februar um 15 Uhr in der Elisabeth-Kirche die offizielle Verabschiedung aus dem Dienst auf dem Programm.