Jugendliche über den Sport erreichen

Macht sich für soziale Projekte stark: der frühere IGS-Lehrer Rainer Lohse. (Foto: O. Krebs)

Gelder des Uniceflaufs gehen in diesem Jahr in Hilfsprojekt nach Kenia

Langenhagen (ok). Etwa 1,1 Millionen Euro und rund 265.000 Kilometer – zwei Zahlen, die beeindrucken. Die beachtlichen Ergebnisse aus 14 Jahren Uniceflauf an der IGS Langenhagen, in denen für viele Hilfsprojekte gelaufen worden ist – vor allen Dingen in Afrika, zuletzt 2014 für einen Schulbau in Gambia. In diesem Jahr geht es am Freitag, 23. September, ab 11 Uhr auf dem Gelände des Schulzentrums und In den Heestern um ein Projekt in Kenia. Kenia ist ein sehr junges Land. Mehr als die Hälfte der 44 Millionen Menschen sind unter 18 Jahren. Ein Viertel der Bevölkerung sind Jugendliche, von denen 70 Prozent entweder auf dem Land oder in den Slums der Großstädte aufwachsen.
Jugendliche sind von Natur aus besonderen Risiken ausgesetzt. Die Auswirkungen von Armut, Dürre, mangelnde staatliche Unterstützung im Kinderschutz-, Bildungs-  und Gesundheitsbereich sind für sie besonders spürbar und können langwierige Auswirkungen haben. Doch oft werden Jugendliche als Gruppe in der Programmplanung von Regierungen und Hilfsorganisationen übersehen. Bemühungen konzentrieren sich in der Regel auf Kinder und Erwachsene. Dabei sind Jugendliche die Erwachsenen von Morgen. Damit sie sich optimal entwickeln können, brauchen sie Unterstützung. Das gilt besonders für Jugendliche, die in einem schwierigen Umfeld wie den Armutsvierteln der Großstädte aufwachsen.Zwischen 20 und 25 Prozent der Heranwachsenden in Kenia schaffen es nicht, die Grundschule abzuschließen. Die meisten davon sind Mädchen. Nur zwei Drittel der Jugendlichen gehen auf weiterführende Schulen und etwa 70 Prozent von ihnen schließen diese nicht ab. „Wir wollen Jugendliche über den Sport erreichen, aus den Slumvierteln zurück in die Gemeinschaft bringen“, erläutert Co-Organisator Rainer Lohse – die Federführung liegt beim Fachbereichsleiter Sport Daniel Möllenbeck – die Initiative, die dahintersteckt. Mehr als 30 Schulen und Kitas hat Rainer Lohse angeschrieben, bislang habe es noch wenig Rückmeldungen gegeben. Aber das sei zu diesem Zeitpunkt völlig normal, ist Lohse keinesfalls beunruhigt. Er rechnet auch in diesem Jahr wieder mit mehr als 2.000 Läuferinnen und Läufern. Erneut eine Herausforderung für Rainer Lohse, der auf der Suche nach einem prominenten Laufpaten ist, seine beiden Lehrerkollegen Daniel Möllenbeck und den EDV-Experten Karlheinz Niescken sowie Lohses Ehefrau Petra, die wie immer tatkräftig bei der Organisation und am Tag des Uniceflaufes mithilft.
Die ganze Veranstaltung läuft übrigens als Kooperation mit der Dirk-Nowitzki-Stiftung und der offizielle Unicef-Botschafter gab den Aktiven gleich ein Statement mit auf den Weg: "Toll, dass ihr wieder mit so viel Begeisterung gemeinsame Strecke macht für ein wichtiges Ziel, nämlich den Jugendlichen in den Armenvierteln Kenias Hoffnung und Unterstützung für ein gutes Leben zu geben. Als Botschafter für UNICEF und Stifter ist es mir ein besonders großer Wunsch, dass junge Menschen durch die positive Kraft des Sports eine Perspektive in ihrem schwierigen Lebensalltag erhalten. Umso mehr freue ich mich, wenn sich so viele Schülerinnen und Schüler für diese Idee sportlich begeistern und aktiv ihre Runden für gleichaltrige Jungen und Mädchen in Afrika erlaufen. Das ist eine großartige Sache, und zeigt mal wieder, dass viele kleine gemeinsame Schritte richtig viel bewegen können, und gute Ideen voranbringen - hier und überall auf der Welt. Los geht’s, jetzt werden die Laufschuhe geschnürt. Ich hoffe, alle sind dabei, denn jeder Schritt zählt! Ich wünsche Euch riesig viel Spaß!"