Jung-Profi überzeugt seine Fans

Kam nicht nur am Vorstandstisch gut an: Kaan Ayhan.Foto: R. Thode

Fanclubtreffen mit Schalker Kaan Ayhan

Langenhagen (rt). Schon frühzeitig hatte er die Lacher auf seiner Seite und war fortan einer der ihren. „Da war ich wohl schlauer als der Kumpel aus Lüdenscheid", war seine Antwort auf die pfiffige Frage nach seinem Führerschein. Kaan Ayhan, 20-jähriger Abwehrspieler des FC Schalke 04, spielte damit auf die Affäre um die Fahrerlaubnis von Marco Reus des ewigen Rivalen aus Dortmund an. Als er dann auch noch die Wechselgerüchte dementierte und es als Traum bezeichnete, „auf Schalke zu bleiben“, war das Eis endgültig gebrochen. Die blau-weißen Fans, die sich im Schützenhaus zu Langenforth eingefunden hatten, sparten fortan nicht mit Applaus für den sympathischen Deutsch-Türken. Dieser hatte sich im Rahmen des jährlich wiederkehrenden Spielerempfangs aufgemacht, um den Ingo-Anderbrügge-Fanclub zu besuchen. Joachim Olenik, Inhaber des gleichnamigen Autohauses und seine Mitstreiter hatten eingeladen und 120 Schalker waren gekommen. Aus Göttingen, Wolfsburg oder Hartmuthsachsen waren sie angereist und nahmen bis zu 200 Kilometer Strecke in Kauf, um bei diesem event dabei zu sein. Ging es in der vorherigen Bezirksversammlung eher um bürokratische Dinge, so war der Auftritt des durchaus selbstkritischen Ayhans ein nettes Beisammensein unter Freunden. Ein Raunen ging durch das Schützenhaus als es um den Strafkatalog des Bundesligisten ging. Da kostet die einminütige Verspätung zum Trainingsbeginn schon einmal 250 Euro.Und auch auf Fragen zu Ultras, Disziplin und Spielsystem hatte der Profi schlagkräftige und reflektierte Antworten parat. „Chaoten müssen weg“ oder „ich muss mehr Konstanz in meine Leistung bringen“ ließ er wissen. Warum die deutschen Spieler im Gegensatz zu den englischen nach Fouls minutenlang am Boden liegen, wusste er auch nicht ganz genau. „Wahrscheinlich aus taktischen Gründen“, schob er nach. Aber ansonsten war er um keine Antwort verlegen und dazu noch richtig nett. Schwer vorstellbar, dass er in der Innenverteidigung der Knappen richtig hinlangen kann. Nach vielen Autogrammen und Fotos für diverse Familienalben machte er sich dann nach eineinhalb Stunden wieder Richtung Ruhrpott auf den Weg. Und er ließ es sich dabei nicht nehmen, sein schweres Gefährt selbst zu lenken.