Jusos fordern Memorandum

Schräge Sicht auf Islam soll beendet werden

Region. Der Juso-(Co-)Vorsitzende der Region Adis Ahmetovic fordert alle muslimischen Verbände in Niedersachsen zur gemeinsamen zeitkritischen Auseinandersetzung auf. Politik und Gesellschaft sollen Courage zeigen. Adis Ahmetovic erklärt dazu: „Die Probleme sind da. Die Politik muss handeln. Die Zivilgesellschaftlich muss Flagge zeigen. Es ist gut, dass sich ein ,Aufstand der Anständigen‘ geformt hat und in den nächsten Tagen für Vielfalt und Multikulturalität demonstrieren wird. Das reicht aber nicht aus. Das lindert und bekämpft nur die Symptome des Problems. Um langfristig und ohne Unterbrechungen für gesellschaftlichen Frieden zu sorgen, müssen wir aber an die Ursachen ran und das kann Politik nicht allein. Da sind alle Akteure gefordert – vor allem jetzt die muslimischen Vereinigungen in diesem Land. Alle staatlich anerkannten und verfassungskonformen muslimischen Organisationen, Imame und Theologen müssen sich an einen Tisch setzen und sich mit der Weltreligion zeitkritisch auseinandersetzen. Sie müssen gemeinsam, freiheitliche und demokratische Antworten auf oft gestellte Fragen wie zur Kopftuchpflicht, Zwangsheirat, zum Ehrenmord, Salafismus und Gotteskrieg – klar definieren. Fragen wie diese und einige weitere sind hauptsächlich der Grund für Vorurteile und Abneigung. Der deutsche Islam benötigt dringend ein Memorandum der Moderne. Die schräge Sicht auf den Islam muss dadurch schleunigst revidiert und Mythen endlich aus dem Weg geräumt werden. Das würde allein nicht nur die Lage entspannen, sondern den muslimischen Familien in Deutschland Sorge und Kummer nehmen. Unser Ministerpräsident Stephan Weil muss zur ersten Runde einladen und für die Begleitung des Prozesses durch die Staatskanzlei sorgen. Es wird Zeit."
Adis Ahmetovic ist 21 Jahre alt; Sohn bosnisch-muslimischer Eltern, die im Jahr 1992 als Bürgerkriegsflüchtlinge nach Deutschland gekommen sind; gebürtiger Hannoveraner und aktuell im siebten und voraussichtlich letzten Semester Student der Politikwissenschaft und Germanistik.